Schierke l Zwei mal vier Mann mit Bommelmütze oder Helm jagen auf einem Kleinfeld dem Puck hinterher. Ziel ist es, die Hartgummischeibe in einen Holzkasten zu schießen. Das Ganze nennt sich Pondhockey, ist die Ursprungsform des Eishockeyspiels, die am Wochenende in der Schierker Feuerstein-Arena Premiere feiert. Zur dritte Qualifikationsrunde sind 16 Teams zu Gast. Für zwei von ihnen ist die Anreise eher kurz. Die Männer vom ESV Schierke und den Red Devils Wernigerode nehmen als Lokalmatadoren teil.

Für erfahrene Eishockeyspieler ist der Austragungsmodus dieser Meisterschaft gewöhnungsbedürftig. „Das ist unser erstes Pondhockey-Match“, sagt Daniel Rohn von Eintracht Frankfurt. „Körperspiel ist verboten. Das hat uns zu schaffen gemacht.“ Das Spielerlebnis selbst sei sehr intensiv. Begeistert zeigt sich der Frankfurter von der Feuerstein-Arena. „Tolles Stadion“, sagt Rohn. „Sieht super aus.“

Dabei sein ist alles

Viele Spieler sind mit Fans und Freunden angereist. Zu ihnen gehören Monique Hampel, Nadja Dedecke und Alina Dening, die ihre Jungs vom Team Heidesee vom Spielfeldrand aus anfeuern. „Wir sind das erste Mal in Schierke“, verrät Nadja Dedecke. Kleiner Wermutstropfen für das Trio. Ihre Männer scheiden am Ende aus. „Aber dabei sein ist alles.“

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Nicht nur auf dem Eis, sondern auch rund um die Feuerstein-Arena sind die Mitglieder des ESV Schierke zu finden – ob beim Umbauen der Eisfläche, bei der Absicherung der Spiele oder beim Souvenirverkauf - wie Susanne Wartmann, die etliche Pucks los wird. Die Eishockey-Trikots sind weniger gefragt. „Schade, denn der Erlös kommt unserer Jugendarbeit zugute“, so die Schierkerin.

Eisstockschießen beliebt

Aber nicht nur Pondhockey wird an diesem Wochenende in Schierke geboten. Das Parkhaus ist voll. Viele Besucher sind mit Skiern oder Schlitten unterwegs und nutzen die Veranstaltungen der Schierker Wintersportwochen. „Wir haben jetzt Halbzeit“, sagt Roman Müller von der Wernigerode Tourismus GmbH am Rande der Apres-Ski-Party. „Bisher ist alles gut gelaufen. Ich habe viele glückliche Gesichter gesehen.“ Die Urlauber im Brockenort seien froh, dass so viel geboten wird, sagt Müller. Überwältigt sei er am Freitag von der Resonanz beim Eisstockschießen um den Schierker Eiskristall gewesen. „Wir hatten an die 100 Teilnehmer.“ Eine weitere Woche mit vielen Veranstaltungen stehe nun bevor. Darunter Vorträge, Wanderungen, Eisfasching und Skikurse. Ob er eine Empfehlung für die Gäste hat? „Die Krimilesung am Donnerstag wird als Kontrast zu den Wintersportangeboten sicher schön.“

Übrigens: ESV Schierke und Red Devils Wernigerode schreiben Sportgeschichte mit. Sie haben sich für das Finale um die erste Deutsche Pondhockeymeisterschaft qualifiziert, die vom 16. bis 18. März in der Feuerstein-Arena steigt.