Zerbst l Am Donnerstagvormittag um 11.28 Uhr schrillten die Rauchmelder im Zerbster Amtsgericht. Mit einer Nebelmaschine hatte Ortswehrleiter Steffen Schneider einen Brand simuliert und beobachtete, was daraufhin geschah. Vernebelt hatte er das Treppenhaus des Amtsgerichts, das eigentlich als ausgewiesener Fluchtweg dienen soll. Um 11.36 Uhr trafen die Kameraden seiner Ortswehr ein. Acht Minuten, eine Zeit, die den Wehrleiter zufrieden stellte.

 

Zuvor waren schon die Gerichtsmitarbeiter aus dem Gebäude evakuiert worden. Dabei verlief nicht alles reibungslos. Während sich beim Eintreffen der Wehr noch zwei Angestellte im Haus befanden, hatten zwei andere versucht, durch den Qualm zu entkommen. "Das darf im Ernstfall nicht passieren", kommentierte Ortswehrleiter Steffen Schneider. Giftige Gase würden binnen Sekunden zu Ohnmacht und zum Ersticken führen.

Amtsgericht wollte Übung

Die Leitung des Amtsgerichts hatte darum gebeten, eine realistische Feuerübung in ihrem Gebäude durchzuführen. Direktor Andreas van Herck war im Anschluss zufrieden. "Wir haben gelernt, dass bei so einer Rauchentwicklung die Mitarbeiter, wenn der Fluchtweg versperrt ist, in ihren Bürozimmern bleiben sollen, die Türen abdichten müssen und die Fenster öffnen müssen", erklärte er. Die Übung habe gezeigt, dass sich eine gewissen Gewohnheit an Feuerübungen eingestellt habe. "Die Mitarbeiter müssen ihre Büros sofort verlassen, wenn die Alarmmelder schrillen. Deswegen hatten wir um eine Übung mit der Feuerwehr gebeten, um der Sache etwas Nachdruck zu verleihen", erklärte er.

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Gut funktioniert habe die Technik im Gebäude. "Der Fahrstuhl hat sofort blockiert und war nicht mehr nutzbar", so van Herck. Das sei so gewollt, denn im Brandfall dürfe der Fahrstuhl ja nicht mehr benutzt werden. Am Ende der Übung haben die Kameraden mit den Gerichtsbediensteten die Übung ausgewertet. "Natürlich soll man die Fluchtwege kennen, aber auch mit Augenmaß vorgehen", kommentierte der Ortswehrleiter. "In diesem Fall war der zweite Rettungsweg über den Haupteingang frei. Den hätte man nutzen können", fügte er an. Mit dem Einsatz seiner Kameraden sei er zufrieden gewesen, sie hatten die Situation richtig eingeschätzt und vorschriftsmäßig reagiert. Zudem sagte er: "Es ist erstaunlich, wie schnell sich so ein kleines Treppenhaus wie das im Amtsgericht mit Rauch füllt. Ich habe für die Simualtion nur zwei Nebelstöße gebraucht. Das ist wirklich nicht viel. Und schon gab es keine Sicht mehr in dem Treppenhaus", so Schneider.