Zerbst l Um die Milch ging es jüngst in der Küche des Zerbster VHS-Bildungswerkes in der Dessauer Straße. Mathias Löbling, Koch und Ausbilder beim VHS, hatte Kinder, die häufig die Kindertafel besuchen, eingeladen, um ihnen Wissenswertes über die Milch zu vermitteln und um einen Versuch zu wagen.

„Wir werden nachher Pudding kochen, eine Gruppe ganz einfach und bekannt, mit Milch und Puddingpulver, die anderen mit frischen Zutaten, Milch, Stärke, Schokolade, Eier“, macht der Koch die Kinder neugierig. „Mal sehen, welcher Pudding euch besser schmeckt“, ist nicht nur Löbling gespannt auf das Ergebnis.

Praktisches Lernen

„Ich will den Kindern Schritt für Schritt Aspekte der Ernährung näher bringen und das nicht mit dem Holzhammer“, berichtet „Tante Birgit“, Birgit Brandtscheit, Leiterin der Zerbster Kindertafel.

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Für die Nahrungsmittelindustrie Europas sind Milchkühe der Hauptlieferant, aber auch das Schaf und die Ziege sind mittlerweile wieder angesagte Milchlieferanten.

Rund um die Milch

Hoch im Norden wird auch die Milch der Rentiere genutzt, in Asien und Italien zur Käseproduktion (Mozzarella di Bufala) werden Wasserbüffel gemolken und Büffelmilch gewonnen. Im arabischen Raum wird, neben Ziegen- und Schafmilch, Milch von Kamelen konsumiert.

Erstaunlicherweise konnten die Kinder fast alle oben genannten Tiere aufzählen, deren Milch der Mensch auf die eine oder andere Art als Nahrungsmittel nutzt, glauben doch viele Kinder, Kühe wären lila.

Pudding nach Großmutters Art

Auch die Frage, was man denn alles aus der Milch herstellen kann, war für die Fünf- bis Zehnjährigen keine wirkliche Hürde. Joghurt, Butter, Quark, Käse, Eis, prasselten die Antworten durch die Küche.

Dann ging es endlich an den Herd. Beide Gruppen stellten sich ihre Zutaten bereit, wobei diejenigen, die mit dem Puddingpulver arbeiteten, klar im Vorteil waren. Benötigte die zweite Gruppe doch wesentlich mehr an Produkten. Milch ansetzen, Pulver einrühren, Zucker abwiegen die einen, Milch ansetzen, Stärke anrühren, Eier aufschlagen, Schokolade raspeln die anderen.

Leckere Verkostung

Alle arbeiteten konzentriert und mit viel Spaß mit, wenn auch hin und wieder etwas nicht gleich funktionierte – wie beispielsweise das Eieraufschlagen oder das Raspeln der Schokolade. Das entmutigte aber niemanden. Geduldig erklärten Ausbilder Mathias Löbling und Denise Reimann, die noch in diesem Jahr eine Umschulung zur Köchin beginnt, die nötigen Arbeitsschritte.

Nach gut einer Stunde war das Tagwerk vollbracht. Nun konnten die Jungköche ihren Pudding verkosten. Je zwei Teller, in einem der Pudding aus Pulver, im anderen der aus den frischen Produkten. Der Mehrheit der Mädchen und Jungen schmeckte der Pudding aus Pulver besser. „Der sieht schöner aus“, meint Laura (8) und Leonie (9) findet, dass er mehr nach Schokolade schmecken würde.

Geschmacksnerven umgewöhnen

„Unsere Geschmacksnerven sind so an die Geschmacksverstärker und die Augen an enthaltenen Farbstoffe gewöhnt, dass wir erst den Geschmack der Speisen, gekocht und hergestellt aus frischen Zutaten, wieder lernen müssen“, erklärt der Ausbilder das Ergebnis des Geschmacks-Experimentes.