Hamburg (dh) l Die SG-Fans sangen "Oh, wie ist das schön", in der Löwen-Ecke herrschte Stille: Flensburg-Handewitt ist ins Endspiel des Pokal-Final-Four eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes, der vor dem Anwurf als Trainer des Jahres 2014 vom Weltverband IHF ausgezeichnet wurde, gewann am Sonnabend das erste Halbfinale vor 13300 Zuschauern in der Hamburger O2-World gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 24:23 (10:10).

In einem großartigen Duell waren Uwe Gensheimer (Löwen) mit elf und Johan Jakobsson (Flensburg) mit sieben Toren die besten Schützen ihrer Mannschaften. Aber den entscheidenden Treffer zum Sieg markierte Jim Gottfridsson aus halblinker Position - direkt mit der Schlusssirene.

Gottfridsson beendete damit einen starken Auftakt ins Final Four, bei dem die Löwen Mitte der zweiten Halbzeit noch wie ein sicherer Sieger aussahen. Nach dem 17:13 (41.) durch Gensheimer, der alle seiner sechs Siebenmeter verwandelte, schienen sich gerade die individuellen Stärken der Mannheimer durchzusetzen.

Aber Vranjes stellte um, schickte Gottfridsson auf Manndeckung gegen Regisseur Andy Schmid. Das zeigte Wirkung. Die Löwen kamen im Angriff nicht mehr in Bewegung, sie erarbeiteten sich keinen Siebenmeter mehr. Auf der Gegenseite war der tolle Keeper Niklas Landin im Löwen-Tor gerade bei Würfen von Jakobsson und Gottfridsson chancenlos. Zudem verloren die Mannheimer den Zugriff in der Abwehr. Und Flensburg verdiente sich mit einer starken Aufholjagd letztlich den Sieg. "Dafür trainiert man jeden Tag, das Gefühl kann man nicht beschreiben", sagte der Flensburger Thomas Mogensen.

Damit steht der Vorjahresfinalist auch 2015 im Endspiel, das am Sonntag um 14.15 Uhr angeworfen wird. Der Gegner wird ab 16.45 UIhr zwischen dem SC Magdeburg und den Füchsen Berlin ermittelt.