Hamburg (dh/jb) l Der SC Magdeburg ist ins Finale des Pokal-Final-Four eingezogen: Die Mannschaft von Trainer Geir Sveinsson gewann am Sonnabend vor 13.300 Zuschauern in der Hamburger O2-World gegen die Füchse Berlin mit 27:26 (12:15). Beste Werfer waren Jure Natek und Marko Bezjak mit jeweils fünf Toren für den SCM und Petar Nenadic mit neun Treffern für die Berliner.

In der ersten Halbzeit hatten die Magdeburg noch Probleme im Angriff. Es gelang kaum ein Anspiel an den Kreis, im Rückraum erzielten die Magdeburger zu wenig Durchschlagskraft. Nur bis zur 8:5-Führung (13.) fanden die Magdeburger den direkten Zug zum Tor. Aber dann, analysierte Youngster Keeper Philip Ambrosius von den SCM-Youngsters, "sind wir nervös geworden, weil wir einige Pfosten- und Lattentreffer hatten".

Schlagabtausch bis zur Schlusssirene

Zudem zeigte der Torwartwechsel der Berliner von Silvio Heinevetter auf Petr Stochl sein Wirkung. Trainer Sveinsson resümierte den ersten Abschnitt: "Wir haben acht technische Fehler gemacht, gegen eine starke Mannschaft wie die Füchse sind das zu viele." Ambrosius war sich dennoch sicher: "Das schaffen wir noch."

Und Ambrosius sollte Recht behalten: Nach einem technischen Fehler der Berliner gelang Jure Natek der Anschlusstreffer zum 19:18 (41.). Die Abwehr steigerte sich, Keeper Dario Quenstedt hielt. Andreas Rojewski markierte über die zweite Welle das 19:19 (43.). Die Halle stand wieder Kopf, die Magdeburger Fans sangen: "Hier regiert der SCM."

Und Füchse-Coach Dagur Sigurdsson nahm eine Auszeit. Es blieb ein offener Schlagabtausch bis zur Schlusssirene. 39 Sekunden waren noch zu spielen, als der SC Magdeburg mit einer 27:26-Führung zum letzten Angriff blies - und vergab. Aber dann scheiterte Fabian Wiede, als siebter Feldspieler gebracht, an Keeper Dario Quenstedt.

Bis zum Schluss an Sieg geglaubt

Es war die siebte Parade des 25-jährigen Keepers. Sigurdsson erklärte: "Wir hatte Ende der ersten Halbzeit eine starke Phase, waren aber insgesamt nicht stabil genug." Er muss sein Team nun wieder aufbauen: "Das ist vor dem Final Four bei uns im EHF-Cup natürlich eine bittere Konstellation. Aber wir werden gleich morgen uns auf das Turnier voll konzentrieren und die Niederlage gegen den SCM versuchen abzuhaken."

"Ich bin stolz auf die kämpferische Leistung meiner Mannschaft", erklärte indes Sveinsson. "Ein Spiel geht immer bis zum letzten Pfiff. Und wir haben bis zum Schluss an den Sieg geglaubt." Auch Sportchef Steffen Stiebler war "überglücklich nach diesem dramatischen Spiel." Er war sich sicher: "Im Punktspiel am 3. Dezember (30:26/d. Red.) hatte das Duell einen ähnlichen Verlauf genommen, das war für die Mannschaft extrem wichtig, sie hat immer gewusst, dass sie auch das Halbfinale für sich entscheiden kann."

Bangen um Robert Weber

Der SCM trifft am Sonntag im Finale (14.15 Uhr) auf Flensburg-Handewitt, das sich im ersten Halbfinale gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 24:23 durchgesetzt hatte. "Wir werden uns noch ein wenig regenerieren und Videostudium betreiben", erklärte Sveinsson. "Dann werden wir bereit sein." Das sind ganz sicher auch die Magdeburger Fans. Sveinsson: "Sie waren wieder der achte Mann für uns. Das war heute wie ein Heimspiel."

Derweil hoffen alle Magdeburger auf eine schnelle Genesung von Robert Weber. Der Rechtsaußen, im Halbfinale mit drei Toren erfolgreich, humpelte in der 15. Minute mit umgeknicktem rechten Fuß von der Platte und kehrte zur zweiten Halbzeit wieder zurück: "Ich hoffe, dass nichts kaputt ist und ich gegen Flensburg wieder 100-prozentig fit bin", sagte Weber.