Merseburg - Zum dritten Mal binnen einer Woche ist in Merseburg (Sachsen-Anhalt) ein Ausländer attackiert worden. Eine Gruppe mutmaßlicher Neonazis bedrohte einen Afrikaner mit einem Messer.

Zudem zeigten sie den Hitler-Gruß und beleidigten den Mann mit fremdenfeindlichen Parolen, wie die Polizei mitteilte. Als Augenzeugen zu Hilfe eilten, kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen ihnen und den Rechtsextremen.

Die Polizei nahm drei Frauen im Alter von 18 bis 22 Jahren sowie sechs Männer zwischen 19 und 26 Jahren fest. Gegen sie wird unter anderem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Bedrohung und Beleidigung ermittelt.

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sprach sich für eine harte Bestrafung der Täter aus. "Ich verabscheue diese Taten", sagte er. Es sei eine kleine Minderheit, die außerhalb der Verfassung stehe und dem Ansehen des Bundeslandes schade.

Der Sprecher eines Bündnisses gegen Rechts sagte, dies sei ein gezielter Angriff gewesen, um die Organisatoren einer für Samstag geplanten Demonstration gegen Rechtsextremismus in Merseburg einzuschüchtern.

Erst am vergangenen Donnerstag war in der Kleinstadt ein 23-jähriger Mann aus Somalia von zwei Männern verprügelt und mit ausländerfeindlichen Parolen beschimpft worden. Nach Angaben der Polizei in Halle wird in diesem Fall gegen drei Männer aus Merseburg im Alter von 18, 20 und 22 Jahren ermittelt. Am Montag wurde ein Algerier geschlagen und beraubt. Die Polizei nahm in diesem Fall am Mittwoch einen 31 Jahre alten Mann fest. Er sitzt seit Donnerstag in Untersuchungshaft.