Berlin - Mehr als 320 Islamisten haben Deutschland mit dem Ziel "Heiliger Krieg" in Syrien verlassen. Etliche von ihnen sind dort wohl gestorben. Etwa 100 sollen wieder in Deutschland sein. Mehr als ein Dutzend von ihnen hat Kampferfahrung, warnt der Verfassungsschutz.

"Bei etwas mehr als einem Dutzend von ihnen wissen wir, dass sie Kampferfahrung in Syrien gesammelt haben", teilte Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen mit.

Der Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel habe bestätigt, dass von Rückkehrern aus den Kampfgebieten in Syrien eine erhebliche Gefahr ausgehe. "Bisher verfügen wir jedoch über keine Anhaltspunkte, dass sie nach ihrer Rückkehr aus Syrien in Deutschland einen konkreten terroristischen Auftrag verfolgen", ergänzte Maaßen. Auf das Jüdische Museum war Ende Mai ein Anschlag verübt worden, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Tatverdächtig ist ein 29 Jahre alter französischer Islamist, der in Frankreich festgenommen wurde.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte nach dem Attentat in Brüssel vor der Gefahr von Anschlägen durch radikale Islamisten in Europa gewarnt. Einige der Kämpfer in Syrien mit europäischem Pass würden "kampferprobt und entschlossen" zurückkehren und Anschläge planen: "Darauf müssen wir uns einstellen."

Die "Bild"-Zeitung (Mittwoch) hatte unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, bis Ende Mai 2014 seien rund 350 junge deutsche Muslime als "Heilige Krieger" nach Syrien gereist. Dort unterstützten sie in vielen Fällen das Terrornetzwerk Al-Kaida im Kampf gegen die syrische Regierung von Diktator Baschar al-Assad.