Brasilia l Während im TV die Experten noch da- rüber diskutierten, ob Uruguays Luis Suárez im Spiel gegen Italien tatsächlich seinen Gegenspieler in die Schulter gebissen hatte, avancierte der Stürmer binnen Minuten zur Social-Media-Berühmtheit. Vor der Beißattacke gegen Giorgio Chiellini wurde der Name @luis16suarez weltweit nur 100.000 Mal bei Twitter erwähnt, danach über zwei Millionen Mal, wie der Kurznachrichtendienst mitteilte.

Im Internet entfaltete sich neben Hohn und Spott vor allem große Kreativität. "Uruguay ein biss-chen besser", "Uruguay hat sich durchgebissen" oder "Luis Suárez überzeugt mit dentaler Stärke" waren einige der gelungenen Wortspiele. Aufwändige Fotomontagen zeigen Luis Suárez mit der bekannten Hannibal-Lecter-Maske aus dem Film "Das Schweigen der Lämmer", als Vampir oder den als bei der Geburt vom James-Bond-Bösewicht "Beißer" getrennten, bisher unbekannten Bruder. Komiker Matze Knop verpasste der Nummer 9 von Uruguay einen Maulkorb für das Achtelfinale.

Findige Werbestrategen waren natürlich ebenfalls gleich am Werk. Möglicherweise ergeben sich für Suárez tatsächlich auch ganz neue Werbemöglichkeiten - zum Beispiel in der Lebensmittelbranche. "Hi, @luis16suarez, wenn du immer noch hungrig bist, dann nimm einen Bissen von einem Big Mac", twitterte McDonald´s Uruguay. Statt nochmals den Gegner zu beißen, sollte Suárez lieber zu einem Schokoriegel greifen, meinte Snickers. Und übertitelte ein Werbebild mit den Worten: "Befriedigender als italienisch."