Berlin - Knapp ein Jahr nach Einführung des Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre Kleinkinder ausschließlich zu Hause betreuen, ist die Zahl der Anträge auf mehr als 280 000 gestiegen.

Das ergab eine Umfrage der "Passauer Neuen Presse" bei Ministerien und Behörden der 16 Bundesländer. Spitzenreiter ist demnach Nordrhein-Westfalen mit 70 578 Anträgen bis Ende Juni. Dahinter folgt Bayern mit rund 68 000 Anträgen ebenfalls bis Ende Juni. Nach Angaben der bayerischen Familienministerin Emilia Müller (CSU) haben damit im Freistaat 72 Prozent der anspruchsberechtigten Eltern die von Kritikern als "Herdprämie" bezeichnete Leistung beantragt.

Zur Gesamtzahl der Menschen, die nunmehr die neue Leistung beziehen, lagen keine Angaben vor. In Baden-Württemberg waren bis Ende Juni 61 062 Anträge eingegangen, 58 865 wurden bewilligt. In Hessen belief sich die Zahl der Anträge auf 24 627, bewilligt wurden 21 216. Laut Zeitung dürfte die bundesweite Zahl der Antragsteller sogar oberhalb von 300 000 liegen, da einige Länder nur Angaben zu den Anträgen bis Ende Januar oder Ende März gemacht hätten.

Das Betreuungsgeld war auf Betreiben der CSU nach langem politischen Streit zum 1. August 2013 eingeführt worden. Eltern, die für ihre Kinder nach deren 15. Lebensmonat weder einen Kita-Platz noch eine geförderte Tagesmutter in Anspruch nehmen, können bis zu 22 Monate lang 100 Euro monatlich bekommen. Ab 1. August gibt es 150 Euro.