Bonn/Limburg - Im Zuge der Affäre um den inzwischen abberufenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche drastisch angestiegen. 178 805 Mitglieder kehrten ihrer Kirche im vergangenen Jahr den Rücken nach 118 335 im Jahr 2012.

Das geht aus einer Statistik der Deutschen Bischofskonferenz hervor. Damit wurde fast das Rekordniveau von 2010 erreicht, als nach dem Missbrauchsskandal 181 193 Menschen die Kirche verließen.

Die Limburg-Affäre um das Finanzgebaren von Tebartz und die Kostenexplosion am neuen Bischofssitz hatte die katholische Kirche insgesamt in eine neue Krise gestürzt. Die aktuellen Zahlen seien schmerzlich, erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.

"Das zweite Halbjahr 2013 hat offensichtlich zu einem Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust geführt. Der hohen Austrittszahl müssen wir begegnen, indem wir immer wieder versuchen, auf allen Ebenen Vertrauen zu schaffen durch gute und überzeugende Arbeit." Nicht alle der Ausgetretenen verlören den Kontakt zur Kirche. Viele wollten auf ihre Art Christen bleiben. Mit denen müsse das Gespräch gesucht werden, so Marx.

Laut Statistik sank der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung von 30,3 Prozent im Jahr 2012 auf 29,9 Prozent - insgesamt wurden 24,17 Millionen gezählt. Zum Vergleich: Ende 2012 bekannten sich 23,4 Millionen Deutsche zum evangelischen Glauben.

Nur wenig verändert ist mit 6980 die Zahl der Wiederaufnahmen in die katholischen Kirche im Vergleich zum Vorjahr (7193). Das gilt auch für die Eintritte. 2013 waren es 3062, im Jahr davor 3083. Die Zahl der Priester verringerte sich um 146 auf 14 490, die der Pfarreien um 137 auf 11 222.

In Limburg legte das krisengeschüttelte Bistum am Freitag erstmals sein Vermögen offen, das sich auf mehr als eine Milliarde Euro beläuft. Die Bilanzsumme des Bistums beträgt rund 909 Millionen Euro. Der allergrößte Teil sei dabei in Anlagevermögen wie Gebäuden, Beteiligungen oder Fondsanteilen gebunden. Die vorläufige Bilanz des Bischöflichen Stuhls weist rund 92 Millionen Euro aus, das Domkapitel kommt auf 4,4 und die Schulstiftung auf 31 Millionen Euro.