Berlin - Deutschlands Zahnärzte wollen sich stärker um die immer zahlreicheren Pflegebedürftigen mit Zahnerkrankungen kümmern.

Bei diesen Menschen nehmen laut Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) Krankheiten wie Karies und Parodontitis zu, weil sie im Vergleich zu früher noch mehr natürliche Zähne haben. Sich selbst um ihre Zähne kümmern oder zum Zahnarzt gehen können die Betroffenen aber oft nicht. Nun will die KZBV den Weg für mehr Zahnärzte in Pflegeheimen frei machen.

"Die Zahngesundheit älterer Menschen mit Pflegebedarf und von Menschen mit Behinderungen ist häufig deutlich schlechter als die der übrigen Bevölkerung", sagte der KZBV-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Eßer der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. So sind Krankheiten am Zahnhalteapparat laut KZBV unter den Senioren am weitesten verbreitet - und zwar zuletzt deutlich zunehmend. Ähnliches gelte für Wurzelkaries. Das zeigten Studien. Auch Menschen mit Behinderung seien höheren entsprechenden Risiken ausgesetzt.

Betroffene könnten durch bessere Pflege und Vorbeugung unterstützt werden, sagte Eßer. Ein Konzept der Zahnärzte sieht einen Anspruch etwa auf Vorsorge und Zahnreinigung vor. In den vergangenen zwei Jahren seien bereits die Möglichkeiten für Zahnärzte verbessert worden, Hausbesuche bei Menschen zu machen, die nicht in die Praxis kommen könnten.

Heimbewohnern könne mehr Zusammenarbeit von Zahnärzten und Pflegepersonal helfen, sagte Eßer. Dazu fehlen laut KZBV aber noch oft die dafür nötigen Verträge zwischen Heimen und Ärzten. Die regionalen Kassenzahnärztlichen Vereinigungen hätten die Aufgabe, diese zu vermitteln, so dass die Pflegeheime in Deutschland flächendeckend eigene Kooperationszahnärzte bekämen.