Die Stadtverwaltung von Mexiko-Stadt rückt mit unkonventionellen Methoden der Fettsucht zu Leibe. Sie will die im Land ausufernde Adipositas sozusagen in die Knie zwingen.

An verschiedenen Stationen der Hauptstadt können Übergewichtige mehrfach in die Hocke gehen, bevor sie in den Bus steigen. In das Trainingsgerät ist eine Infrarotkamera eingebaut, die jede Kniebeuge zählt. Wer zehn (oho!) schafft, bekommt schon einen Preis: einen Schrittzähler. Nach jeder richtigen Bewegung erscheint auf dem Display ein Gesundheitstipp: "Hast du Lust auf einen Hamburger mit Pommes und ein Erfrischungsgetränk? Du würdest 920 Kalorien zu dir nehmen. Überleg´s dir und beweg dich besser!"

Sieben von zehn Mexikanern gelten als übergewichtig. Nirgendwo anders in der Welt ist die Zahl der Dickbäuche in den vergangenen Jahrzehnten so stark gewachsen wie in dem lateinamerikanischen Land. In Mexiko-Stadt sind 75,4 Prozent der über 20-jährigen Frauen und 69,8 Prozent der Männer übergewichtig oder gar fettleibig. Unter den Kindern im Schulalter sind es 35 Prozent. Das sagen offizielle Statistiken.

Im Kampf gegen das Übergewicht hat Mexiko sogar eine Strafsteuer auf Fast Food und zuckerhaltige Getränke eingeführt. Doch die Fit-statt-fett-Strategie geht nicht so recht auf. Unbeeindruckt schlürft jeder Mexikaner im Jahr durchschnittlich 140 Liter Softdrinks. Karamba, amigos! Da ist der Weg zum Waschbrett-Bauch noch verdammt weit. Und wir können euch aus der Ferne nur zurufen: Sport frei, Freunde.