Berlin - Nach dem Tarifabschluss im öffentlichen Dienst der Länder hadert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), in der viele angestellte Lehrer organisiert sind, mit dem Beamtenbund.

"Was die Arbeitgeber angeboten haben und der Beamtenbund abgeschlossen hat, bedeutet eine Zementierung der Unterschiede", kritisierte der GEW-Verhandlungsführer Andreas Gehrke in der "Passauer Neuen Presse". "Wir fühlen uns vom Beamtenbund im Stich gelassen, der diese Regelung alleine mit der Arbeitgeberseite abgeschlossen hat."

Gehrke bekräftigte, dass sich die GEW nicht an die Ergebnisse der Tarifverhandlungen gebunden fühle und die Lehrer nun bald streiken könnten: "Bis Mitte das Jahres wird es dazu klare Entscheidungen geben und dann wohl auch Streiks." Ziel der GEW sei ein einheitlicher bundesweiter Tarifvertrag, um ein weiteres Auseinanderdriften zwischen angestellten und beamteten Lehrern zu verhindern. "Das hat die Tarifgemeinschaft der Länder in dieser Runde und auch für die Zukunft abgelehnt", kritisierte Gehrke.

Die Tarifgemeinschaft und die Gewerkschaften hatten sich am Samstag in Potsdam darauf verständigt, die Gehälter der rund 800 000 Angestellten der Länder rückwirkend zum 1. März 2015 um 2,1 Prozent und zum 1. März 2016 nochmals um 2,3 Prozent zu erhöhen. Zum öffentlichen Dienst der Länder gehören Mitarbeiter in Behörden, Lehrer, Hausmeister, Krankenschwestern, Straßenwärter, Feuerwehrleute und Polizisten.