Berlin I Carsharing liegt im Trend. Das hat auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt erkannt und ein neues Verkehrsschild samt Gesetz ins Gespräch gebracht. Kunden, die sich ein Auto mit anderen teilen, sollen in gekennzeichneten Flächen kostenlos parken dürfen.

Soweit, so sinnvoll, wäre das Verkehrsministerium bei der Gestaltung des Schildes nicht ganz besonders kreativ geworden. Das Auto darauf ist ganz offensichtlich einer Kreissäge zum Opfer gefallen. Teilen wird hier wörtlich genommen. Als Inspiration diente vielleicht der Zaubertrick mit der durchgesägten Frau.

Und weil Schilder in Deutschland, wenn möglich, beide Geschlechter abbilden müssen, teilen sich politisch korrekt zwei Männer und zwei Frauen die beiden Autofragmente. Vor allem die Damenwelt scheint auf das Auto angewiesen zu sein, denn ein Bein ist kürzer als das andere. Die Herren der Schöpfung stürmen hingegen auf das Auto zu oder davon weg.

In rund drei Sekunden sollen Autofahrer entziffern können, was auf einem Schild abgebildet ist. Eigentlich. Der erste Blick auf das neue Schild könnte aber auch von einem Autounfall oder einer geteilten Straße erzählen.

Warum es für die rund eine Million Kunden spezielle Parkplätze gibt, sich Nutzer von Mitfahrgelegenheiten aber weiterhin auf zumeist kostenpflichtigen Bahnhofsvorplätzen treffen müssen, bleibt ungeklärt. Vielleicht aber auch nur, weil die Gestaltung eines solchen Schildes noch komplizierter wäre. Ein Auto, viele Menschen, die aus verschiedenen Richtungen kommen? Nötig wäre es, denn genau wie der Carsharing-Parkplatz entlastet die Mitfahrer-Gelegenheit den Verkehr und die Umwelt. Aber dann würden wahrscheinlich auch andere Interessensgruppen nach einem eigenen Parkplatz rufen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Rentnerparkplatz mit abgebildetem Rollator oder einem für Kinderwagen?