Berlin (dpa) l Der langjährige Staatschef der DDR, Erich Honecker, war nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" keineswegs so langweilig wie ihm nachgesagt wurde und besuchte eine Zeitlang häufig privat West-Berlin. Der 1994 im Alter von 81 gestorbene Honecker sei "nach Kriegsende oft nach West-Berlin gefahren, wo in Berlin-Grunewald Orgien veranstaltet wurden", zitiert das Blatt Akten des Bundesnachrichtendienstes (BND) von 1967.

Laut einem BND-Bericht von 1973 habe er zudem insgeheim Schauspiel- und Sprachunterricht genommen. Honecker war ab 1971 SED-Chef und von 1976 bis 1989 Staatsoberhaupt der DDR. Ostblock-Diplomaten hätten ihn "deutscher Chinese" genannt, heißt es in dem "Spiegel"-Bericht.