Nach der Manipulationsaffäre beim Autopreis "Gelber Engel" kämpft der ADAC um seine Reputation. Geschäftsführer Obermair hat sich entschuldigt. Derselbe Mann, der sich jetzt in Demut übt, hatte kurz zuvor einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" über die Zahlentrickserei zurückgewiesen und als "Skandal für den Journalismus" bezeichnet. Was für eine grandiose Fehleinschätzung! Gleichwohl muss der ADAC eine zweite Chance bekommen. Voraussetzung ist, dass die Vorfälle lückenlos aufgeklärt werden. Und dass die Führungsspitze des Automobilclubs Verantwortung übernimmt.

Der Rausschmiss des bisherigen Kommunikationschefs Ramstetter ist ein Bauernopfer. Es fällt schwer zu glauben, dass andere in der Leitungsebene nichts von den jahrelangen Preis-Manipulationen gewusst haben wollen. Sollte es aber tatsächlich so sein, liegt der Skandal in der fehlenden Kontrolle. So oder so: Ohne weitere personelle Veränderungen an der Spitze wird der ADAC seine Glaubwürdigkeit nicht zurückerlangen.