Optimistisch nannte das Fachmagazin "Leichtathletik" seine Prognose für die EM in Zürich: Wenn alles aufgeht, würden 20 deutsche Medaillen im Letzigrund winken. Umso größer muss die Enttäuschung bei den "LeichtGläubigern" sein, dass auf der Haben-Seite nur acht Plaketten zu verzeichnen sind - das sind 50 Prozent Gewinn weniger als vor zwei Jahren in Helsinki.

Die Frage ist: Wie konnten sich die sogenannten Experten nur so verrechnen? Die simple Antwort ist: Die Rechnung wurde ohne den Wirt gemacht. Denn die europäische Leichtathletik-Elite hat in zwei Jahren in der Spitze und in der Breite einen Quantensprung gemacht. Da konnten bei den Deutschen bis auf wenige Ausnahmen nur die gewohnt starken Werfer mithalten, der Rest blieb auf der Strecke. Vorerst. Denn optimistisch stimmt, dass viele "junge Wilde" Tuchfühlung zur Spitze haben. Wenn sich das diesmal noch gezahlte Lehrgeld in zwei Jahren rentiert, könnte die deutsche Leichtathletik in Rio sogar im Soll sein.