Auf den ersten Blick steht die Bundesregierung nach den Abhörvorwürfen gegen den BND reichlich dumm da: Auch Deutschlands Geheimdienst nimmt offenbar keine Rücksichten, selbst nicht auf den engen und existenzenziell wichtigen Verbündeten USA. Hier das ausspionierte Merkel-Handy, da die aufgefangenen Telefonate von Clintion und Kerry - im Umfang wohl anders, vom Prinzip her das Gleiche.

Wenn sich die erste Aufregung gelegt haben sollte, wird sich jedoch die bekannte zweite Seite der Medaille zeigen. Mit den Enthüllungen in Richtung Amerika ist ein Großteil der Luft aus dem NSA-Untersuchungsausschuss raus. Der kann sich gleich in Freundeskreis für Geheimdienstfragen aller Art umbenennen, wenn erwiesenermaßen sowieso jeder aushorcht.

Aus dem peinlichen Patt zwischen den Spionen gibt es nur einen Ausweg: Sich auf das Einigende zwischen den USA und Deutschland zu besinnen. Nichts wäre der deutschen Regierung lieber.