Mit den Waffenlieferungen an die Kurden schließt die Bundesregierung auch die Gründung eines Kurdenstaates nicht mehr aus. Außenminister Frank-Walter Steinmeier mag als Diplomat anderslautend räsonieren: Seitdem selbst die Türkei sich für den Kurdenstaat auf irakischem Gebiet ausgesprochen hat, wird diese Option auch von den USA nicht ausgeschlossen. Im zerfallenden Irak sind nur die Kurden dazu in der Lage, rasch eine nationale Einheit zu bilden.

Die für diesen Raum relativ große ethnische Homogenität und Prosperität vereint mit einem Gründungsmythos, der gerade im Kampf mit den Steinzeit-Islamisten fortgeschrieben wird, sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Staatsgründung. Spätere Demokratie nicht ausgeschlossen. Es wäre auch ein Unrecht gegenüber den Kurden, diese Entwicklung nicht zu fördern, nur weil man an eine willkürliche Grenzziehung des Völkerbundes festhalten will, die seit 1921 nur durch Gewalt und Intrigen erhalten werden konnte.