Den weiteren Verfall der SPD in Thüringen hat die dortige Führung zu verantworten. Dass keiner ihrer Minister ein Direktmandat gewonnen hat, zeigt, wie unpopulär die glanzlose Truppe war. Streitigkeiten in Partei und Koalition haben den Wähler abgeschreckt.


Die Affäre um die doppelten Bezüge von "Superminister" Matthias Machnig hat den Ruf der Partei überdies nachhaltiger geschadet, als man in Berlin wahrhaben will. Sigmar Gabriel hätte ihn schneller kaltstellen müssen. In dieser Situation hätte eine Koalitionsaussage noch Stimmen von denen gebracht, die eine bestimmte Koalition bevorzugen.

Jetzt birgt Rot-Rot-Grün das größere Risiko für die SPD. Die Linke könnte mit Bodo Ramelow als Landesvater endgültig davonziehen. Wahrscheinlich bleibt es bei Rot-Schwarz. Der designierte SPD-Vorsitzende Andreas Bausewein hat sich zwar für eine Koalition auch unter Führung der Linken ausgesprochen. Aber gleichzeitig ein Ministeramt ausgeschlossen.