Papst Franziskus will das Verhältnis der katholischen Kirche zur Familie neu bestimmen. Bischöfe aus aller Welt diskutieren über Scheidung, Abtreibung oder die Homo-Ehe. Die Synode ist eine Reaktion auf die wachsende Distanz zur von vielen Gläubigen als weltfremd empfundenen Institution Kirche. Es gibt eine tiefe Kluft zwischen der Lebenswirklichkeit vieler Menschen und der amtlichen Lehre.

Franziskus sucht Wege, wie der Entfremdung begegnet werden kann. Er will, und das ist richtig, die Kirche kräftig durchlüften. Diese müsse "auf die Schläge dieser Zeit" hören, sagt er. Und fordert etwa Barmherzigkeit mit gescheiterten Familien. In Deutschland deutet sich Bewegung an: So will die Kirche offenbar auf wiederverheiratete Geschiedene zugehen. Eine automatische Kündigung von Geschiedenen, die eine neue Ehe eingehen, soll es künftig nicht mehr geben. Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung.

Die innerkirchliche Debatte wird spannend. Franziskus dürfte auf viel Widerstand stoßen. Ihm ist viel Kraft zu wünschen. Denn die braucht er, um seinen Weg weiterzugehen.