Kaum haben SPD-Linke die "Magdeburger Plattform" gegründet, schon gibt es ersten Ärger. SPD-Netzwerker gehen unflätig auf die Parteilinken los, die wiederum keilen kräftig zurück. Zwar sind nach diesem Scharmützel schnell alle bemüht, die aufflammende Debatte zu entschärfen. Doch der sehr gereizte Ton in den ersten Reaktionen deutet darauf hin, dass den Sozialdemokraten in den nächsten Monaten Flügelkämpfe drohen.

Dass die zuletzt stark geschwächte SPD-Linke wieder eine wichtigere Rolle in der Partei spielen will, ist durchaus als Kampfansage an den Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel zu verstehen, der zuletzt mit seiner Absage an eine Vermögenssteuer den Unmut der Parteilinken auf sich gezogen hat. Die "Magdeburger Plattform" dürfte aber auch Unruhe in die CDU/SPD-Koalition im Bund bringen. Schließlich peilen die SPD-Linken 2017 ein rot-rot-grünes Bündnis an. Das dürfte die Arbeit in der derzeitigen Koalition zunehmend belasten.