Wandel durch Annäherung betitelte die SPD in den 1960er und 70er Jahren ihre Ostpolitik. Für die kubanisch-amerikanischen Beziehungen ist der aktuelle Politikwandel sicher ebenso bedeutend.

50 Jahre Blockade, Bekämpfung und Ignoranz haben das Regime in Kuba nicht gestürzt. Das mussten nun auch die USA einsehen. Zumal die dauerhafte Isolation des Inselstaates kaum mehr zu legitimieren war. Schon jetzt sind die USA einer der wichtigsten Handelspartner für Kuba, die Gefahr von Atomwaffen auf Kuba ist nicht in Sicht und andere Regime, wie Saudi-Arabien, sind für die Amerikaner wichtige Verbündete. Wie weit sich Kuba tatsächlich öffnen wird, bleibt unklar. Doch die Annäherung der USA ist ein wichtiges Zeichen. Ein Zeichen an die Welt, dass sich alte Feindbilder abnutzen können. Und ein Zeichen an die vielen armen Kubaner, dass sie nicht vergessen sind. Jetzt aber liegt es an beiden Staaten, diese Annäherung auch mit Leben zu füllen.