Der Terror ist die gefährlichste Form der Provokation einer demokratischen Gesellschaft. Willkürliche Hinrichtungen von mutigen Künstlern und Autoren, grauenhafte Enthauptungen von Entwicklungshelfern und Journalisten, Massaker unter völlig Unschuldigen: Das uferlos Böse provoziert die ausufernde Reaktion. Das Gefühl der Ohnmacht erzeugt den Wunsch nach einem mächtigen Schlag - so ziellos er immer sei.

Einige Dutzend RAF-Terroristen konnten in den 70er Jahren den Rechtsstaat so provozieren, dass er bei der Strafverfolgung nicht immer seinen Prinzipien treu geblieben ist. Ein Sieg des Terrors. Der größte Erfolg der Massenmörder vom 11. September 2001 war ein unangemessener Anti-Terror-Krieg, der neuen Terror zeugte. Ein Krieg, der die USA ihre Grundwerte verleugnen ließ. Neue Siege: In Frankreich ruft der Front National schon nach der Todesstrafe. Terror spaltet: In Deutschland schüren die "Pegida" Ressentiments gegen muslimische Mitbürger, die weltweit am häufigsten Opfer von Terror werden.

Eine offene Gesellschaft muss sich angesichts des Terrors noch deutlicher zu ihren Werten bekennen. Nur so besiegt sie den Terror.