Nicht jede Ankündigung, jede Drohung, jeder Richtungswechsel hat in den turbulenten ersten Tagen nach der Machtübernahme der Linksregierung in Athen eine lange Halbwertzeit. Aber eines ist klar: Griechenland will sich auf Teufel komm raus von den Sparzwängen befreien. Dabei schafft die neue Regierung nun Fakten: Mit der Troika, dem in Griechenland verhassten Kontrollinstrument der Geldgeber, wird nicht mehr geredet.

Damit kommt Athen dem erhofften Schuldenschnitt keinen Millimeter näher. Im Gegenteil: Die Partner in Europa werden nun gleichfalls auf stur schalten. Der wichtigste Kreditgeber Deutschland und Griechenland finden ohnehin keinen Draht zueinander. Die Kontaktaufnahme zwischen Alexis Tsipras und Angela Merkel ist auf den EU-Gipfel am 12. Februar verschoben. Dann könnte man über einen gangbaren Weg aus der Schuldenkrise reden. Es wäre höchste Zeit - die Hilfszahlungen für Griechenland laufen Ende Februar aus.