Es ist wieder passiert. Und so traurig und frustrierend der Mord an dem russischen Oppositionellen Boris Nemzow auch ist, er ist nicht überraschend. Kritik am System Putin zu üben bedeutet in Russland vor allem eins: Lebensgefahr. Dafür ist Nemzow nur ein weiteres tragisches Beispiel.

Noch ist unklar, wer diesen Mord geplant und durchgeführt hat. Aber die Systematik, mit der Kreml-Kritiker für immer zum Schweigen gebracht werden, ein Beleg dafür, wie undemokratisch, brutal und verbrecherisch das politische Russland ist. Die Zehntausenden beim Trauermarsch in Moskau und die Zusage Putins, das Verbrechen schnellsten aufklären zu wollen, werden nicht viel mehr als Symbolik bleiben. Das lehrt die Vergangenheit.

Am Ende bleibt eine erneut geschwächte Opposition. Und die Frage: Wer soll sich in Zukunft noch trauen, seine Meinung in Russland zu sagen? Jeder, der es tut, geht die Gefahr ein, sein eigenes Todesurteil zu sprechen.