Das springende Pferd im Ferrari-Wappen war zuletzt nicht mehr als ein müder Klepper. Erstmals seit 21 (!) Jahren blieb die Scuderia in der Formel-1-Saison 2014 sogar ohne einen Sieg. Ähnlich chaotisch präsentierten sich die Italiener schon Mitte der 90er Jahre, ehe Michael Schumacher die Garagen-Combo zu einem Champion formte und WM-Titel an WM-Titel reihte.

Auf ähnlicher Mission bewegt sich Sebastian Vettel. Nach einem Jahr zum Vergessen soll der viermalige Formel-1-Weltmeister dem Team wieder Beine machen. Spätestens 2018 will Ferrari-Chef Marchionne den WM-Titel zurück nach Maranello holen. Fraglich ist nur, ob die Tifosi solange die Geduld aufbringen. Derzeit ist Ferrari hinter Mercedes nicht einmal zweite Kraft im Zirkus. Und fraglich ist, wie schnell Vettel sein Umfeld nach seinem Gusto gestalten kann. Bei Red Bull hatte er vor allem in Teamchef Christian Horner einen kongenialen Partner. Denn eine One-Man-Show wie zu Schumachers Zeiten ist die Formel schon lange nicht mehr.