Die japanischen Behörden haben das Unglück von Fukushima nun offiziell in die höchste Kategorie der internationalen Störfallskala eingestuft. Fukushima zieht so mit Tschernobyl gleich. Doch das Echo des Aufschreis angesichts dieser Katastrophe ist längst verhallt.

Zum einen haben die Behörden mit diesem Schritt zu lange gezögert. Zum anderen sind die Menschen, die täglich mit Neuigkeiten aus Japan versorgt werden, längst abgestumpft. Die Bilder von der Zerstörung machen die Katastrophe verständlich. Aber Radioaktivität kann keiner sehen, schmecken oder riechen.

Die Bundesregierung hat versucht, mittels eines Moratoriums die Sorgen der deutschen Bevölkerung zu zerstreuen und die Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Nun kann sie auf den Verdruss und die mediale Müdigkeit hoffen, um einen erneuten Ausstieg vom Ausstieg zu planen.