Noch rechnen drei Dutzend Fachleute hin und her. Aber morgen werden diese Steuerschätzer verkünden, was jedem Bürger ohnehin schwant: Bund, Länder und Kommunen müssen in diesem Jahr mit weniger und in den kommenden Jahren mit viel weniger Geld auskommen. Es kommt eine Zeit sehr knapper Kassen und Schmalhans wird Küchenmeister.

In solcher Lage glaubt wohl kaum noch jemand an das liberale Mantra der Steuersenkung. Nicht mal die Koalitionspartner CDU und CSU. Die sagen schon jetzt leise aber deutlich, dass dies nicht bezahlbar ist. Noch gibt sich die FDP kämpferisch. Das birgt nicht nur das Potenzial eines Koalitionsstreits, das wirft auch die Frage nach Realitätssinn auf. Wer sich den Vorwurf ersparen will, in eine rosige Parallelwelt zu fliehen, wird eher erwarten, dass in dieser Situation Steuern und Abgaben steigen werden statt zu sinken. (Seite 1)