Magdeburg. Auf ihrem gemeinsamen Neujahrsempfang haben die kommunalen und genossenschaftlichen Wohungsverbände Sachsen-Anhalts, die Architektenkammer und die Landesgruppe des Verbandes kommunaler Unternehmen mit Blick auf das Jahr 2010 eine positive Bilanz der Stadtsanierung und des Stadtumbaus gezogen. Rund 300 Gäste, unter ihnen Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU), waren gestern Abend der Einladung der Verbände und der Kammer in die Magdeburger Johanniskirche gefolgt.

"Der gemeinsame erfolgreiche Weg wird von Kammer und Verbänden in der Stadtsanierung und im Stadtumbau weiterhin konsequent verfolgt", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Veranstalter. Beispielhaft sei unter anderem die Einbindung von Wohnungsunternehmen im Rahmen der Architektenwettbewerbe "Mut zur Lücke". Hier sollen Wohnungen für junge Familien in vorhandenen Baulücken historischer Stadtzentren Sachsen-Anhalts angeboten werden. Erfolgreich habe sich auch die Zusammenarbeit der kommunalen Versorgungsunternehmen mit der Wohnungswirtschaft entwickelt. Durch einen koordinierten Rückbau von Gebäuden und leitungsgebundener Infrastruktur könnten Kosten für alle Beteiligten gespart werden.

"Für eine zukunftsweisende Stadtentwicklung sind eine auskömmliche Städtebauförderung, die Entlastung der wohnungswirtschaftlichen Unternehmen von Altschulden sowie die weitere Förderung von Abriss und Aufwertung notwendig", forderten die Veranstalter. Mit Blick auf die Landtagswahl am 20. März erwarten sie von den politischen Parteien "nicht nur programmatische Aussagen im Vorfeld der Wahl, sondern eine konsequente Umsetzung von Wohnungs- und Städtebaupolitik zum Wohle der Bürger, die die demografische Entwicklung und ihre Auswirkungen auf Stadtentwicklung, Wohnungsbestand und Infrastruktur berücksichtigt".

"Die städtebaulichen Erfolge der vergangenen 20 Jahre in Mitteldeutschland wären ohne die kreative Arbeit von Architekten und Wohnungswirtschaft nicht möglich gewesen", würdigte Ministerpräsident Wolfgang Böhmer die Arbeit der Verbände und der Architektenkammer.

Der Städtebau sei weiterhin geprägt vom immensen Bevölkerungsrückgang und der Alterung der Gesellschaft, betonte Böhmer. Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt (IBA) seien wichtige Ideen und Konzepte entwickelt worden. Da künftig auch andere Regionen im In- und Ausland vor ähnlichen Herausforderungen stünden, hätten die in Sachsen-Anhalt entwickelten Ideen durchaus Modellcharakter, stellte Böhmer fest.