Hannover (dpa) l Deutschlands Industrie sieht sich allen positiven Konjunkturprognosen zum Trotz an einem Scheideweg. Es geht um die Digitalisierung der Wirtschaft und um den Siegeszug des Internets mit seinem Einfluss auf die Fabrik von morgen. Der Trend zur digitalisierten Wirtschaft, die umstrittene Energiewende und der Mangel an Fachkräften stellen unsichere Vorzeichen für die Zukunft dar, wie die Branchenverbände der Industrie am Montag in Hannover zum Start ihrer Weltleitmesse übereinstimmend betonten.

Elektrotechnik-Präsident Friedhelm Loh gesteht: "Wir wissen, dass die Amerikaner uns bei der technischen Software überlegen sind." Die Vernetzung der Industrie verändert das weltweite Kräfteverhältnis. Smarte Anlagen und intelligente Maschinenparks gelten als vierte große indus-trielle Revolution. Hier stottert ausgerechnet der Innovationsmotor Deutschland. IT gilt als Stärke der USA.

Für dieses Jahr zeigt sich Deutschlands Industrie zuversichtlich. "Die globale Wirtschaftstätigkeit wird weiter anziehen", sagte der Präsident des Branchenverbandes BDI, Ulrich Grillo. Gute Aussichten für die Absatzmärkte USA und Japan stimmten optimistisch. "Ein Exportzuwachs von fünf Prozent ist unsere Schätzung", sagte Grillo.

Kanzlerin Angela Merkel und der niederländische Regierungschef Mark Rutte absolvierten am Montag ihren Messerundgang. Diesjähriges Partnerland der weltgrößten Industrieschau sind die Niederlande. Rutte betonte die enge Kooperation mit Deutschland. Auf beiden Seiten der Grenze arbeiteten Hightech-Unternehmen an Produkten, die zur Weltspitze gehörten.