Straßburg (dpa) l Alle Bürger in der EU können künftig ein Basis-Girokonto einrichten, auch wenn sie keinen festen Wohnsitz haben. Das EU-Parlament stimmte am Dienstag für das Gesetz, das ab 2016 gelten soll.

Wie viele Europäer haben kein Girokonto?
25 bis 30 Millionen Europäer über 15 Jahren können nach EU-Angaben bisher kein Konto eröffnen. Oft trifft es Obdachlose, Saisonarbeiter, freie Dienstleister oder Gaststudenten.

Wie sieht die Lage in Deutschland aus?
Nach Angaben der Deutschen Kreditwirtschaft haben 99 Prozent aller Verbraucher ein Girokonto. Das entspricht einer Schätzung der EU-Kommission, die die Zahl auf 670.000 Deutsche ohne Konto beziffert.

Gibt es in Deutschland einen Rechtsanspruch auf ein Konto?
Nein. Aber 1995 hatte die deutsche Kreditwirtschaft zugesagt, Kunden, die wegen negativer Einträge bei der Schufa kein normales Konto bekommen, ein Konto einzurichten. Dieses wird nur auf Guthabenbasis geführt.

Um was für ein Konto geht es?
Der Rechtsanspruch bezieht sich auf ein Basiskonto wie ein Girokonto. Damit kann ein Kunde Geld überweisen und etwa Strom- oder Telefonrechnungen bezahlen. Dort kann er Zahlungen erhalten wie Rente oder Gehalt. Dazu gehören auch Zahlungen, die mit Karte oder online getätigt werden.

Welche Banken müssen dieses Konto anbieten?
Nicht alle Geldhäuser müssen ein solches Konto anbieten, es muss eine ausreichende Zahl in jedem Land sein.

Wie sollen Kunden das passende Konto finden?
Indem die Institute vergleichbare Gebührenlisten erstellen. In jedem Land soll es mindestens eine unabhängige Vergleichs-Website geben.

Wie geht es weiter?
Stimmen die EU-Finanzminister bis zur Europawahl im Mai zu, könnten die Vorschriften Anfang 2016 in Kraft treten.