Halle (dpa). Mit dem Handwerk im Süden Sachsen-Anhalts geht es weiter bergauf: Die gute Konjunktur setzte sich im vierten Quartal 2010 fast in allen Gewerken fort. Ausnahme war etwa die Baubranche, die wegen des frühen Winters Einbußen hinnehmen musste, wie die Handwerkskammer Halle gestern zum aktuellen Konjunkturbericht mitteilte. "Die Stimmung ist gut, die Jahresbilanz für 2010 ist positiv, der Aufschwung im Handwerk ist auch da", sagte Kammerpräsident Thomas Keindorf. Umsätze, Beschäftigung und Reichweite der Aufträge seien auf einem ordentlichen Niveau.

Enttäuschend verlief aber die Entwicklung der Gewerbe für den privaten Bedarf, etwa bei Friseuren, die Umsatzeinbußen im Vergleich zum dritten Quartal hinnehmen mussten. "Wir sind insgesamt gesehen aber optimistisch, dass sich der positive Trend im Handwerk für das gesamte Jahr 2011 fortsetzt und wir hoffentlich noch ein bis zwei gute Jahre vor uns haben werden", sagte der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Jürgen Rogahn. Im Süden Sachsen-Anhalts gibt es 15 269 Handwerksfirmen mit 71 500 Beschäftigten.

Für die Wirtschaft wie auch das Handwerk werde es unterdessen zunehmend schwieriger, geeignete Lehrlinge sowie Fachkräfte zu bekommen. "Es ist zu befürchten, dass die gute Konjunktur diese Entwicklung noch verschärft", sagte Keindorf. So hatten 2010 rund 33 Prozent der Handwerksbetriebe im Landessüden offene Stellen zu besetzen, 2008 waren es 27 Prozent. Der Anteil der Betriebe, die bei der Besetzung Probleme hatten, sei 2010 im Vergleich zu 2008 um 6 Prozentpunkte gestiegen.

Als Hauptproblem wurde von den Firmen eine ungenügende Qualifikation der Bewerber (71 Prozent) angegeben. Die Bereitschaft, zusätzliche Fachkräfte einzustellen sei aber im Handwerk gestiegen. Mehr als 20 Prozent der Firmen planten dies bei Anhalten der guten Konjunktur.