Magdeburg l In Spitzenlagen wie der Magdeburger Goethestraße im Stadtteil Stadtfeld werden für ein freistehendes Haus mit 200 Quadratmetern Wohnfläche bis zu 500.000 Euro gezahlt. Das geht aus dem Immobilienpreisspiegel hervor, der am Donnerstag in Magdeburg vorgestellt wird.

In Halles Mühlwegviertel werden rund 460.000 Euro für ein Eigenheim fällig. "Wir bemerken eine steigende Nachfrage in den begehrten Wohnlagen", sagte der stellvertretende Regionalvorsitzende des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) Region Mitte-Ost, Reinhard Bergner. Mittlerweile habe sich diese Entwicklung auch auf die zuvor weniger begehrten Lagen ausgeweitet.

Laut IVD führt Dresden die Liste mit einem Preis bis zu 600.000 Euro für ein frei stehendes Eigenheim in Spitzenlagen an, gefolgt von Leipzig (545.000 Euro) und Magdeburg.

Anstieg der Mieten in begehrten Lagen

Neu gebaute Eigentumswohnungen mit hochwertiger Ausstattung kosten in Magdeburg bis zu 2500 Euro pro Quadratmeter, in Halle 2400. Bei begehrten Lagen wie den Neubauwohnungen im Magdeburger Elbbahnhof werden mitunter sogar bis zu 3000 Euro pro Quadratmeter fällig. "Immer mehr Menschen nutzen die Objekte für den Eigenbedarf oder als Kapitalanlage und sind bereit, für gute Angebote auch höhere Preise zu akzeptieren", erklärte Bergner, der in Magdeburg als Immobilienmakler arbeitet.

Die Gesamtentwicklung der Mieten bewertete der Immobilienverband als stabil. Die Mietpreise in den Großstädten von Sachsen-Anhalt tendieren für eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 70 Quadratmetern zwischen 5 und 7,25 Euro pro Quadratmeter. Bei Neubauobjekten werden zwischen 6,70 und 8,50 Euro pro Quadratmeter verlangt. Damit herrscht weitgehend das Niveau vom Vorjahr vor. Anders verhält es sich mit den Spitzenmieten. Im Magdeburger Elbbahnhof würden bis zu 12,50 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Viele Mieter wollen und können sich eine hochwertige Wohnung leisten, so Bergner.

Auch in den begehrten Lagen der Städte hätten die Mieten zugelegt. "In der Magdeburger Altstadt oder Stadtfeld sind die Mieten in den vergangenen fünf Jahren um bis zu 20 Prozent gestiegen", berichtete Bergner.

Gewerbemiete in Halle höher als in Magdeburg

Neben jungen Menschen, die die zentrale Lage und die gute Infrastruktur schätzten, zeigen auch ältere Menschen Interesse an gutem und somit teurem Mietraum. "Viele der Senioren besaßen bislang ein Einfamilienhaus auf dem Land, das sie nun nicht mehr bewirtschaften wollen oder können", sagte Werner Thiemann, der Immobilien in Schönebeck (Salzlandkreis) vermittelt. Die Interessenten würden ihr Haus verkaufen und in Städten nach altersgerechtem Wohnraum schauen.

Bei Gewerbemieten ist Halle gegenüber Magdeburg deutlich teurer. So müssten Ladeninhaber in Halle mit 55 Euro pro Quadratmeter rund 20 Euro mehr bezahlen als in Magdeburg. Dabei profitiert Halle von der Nähe zu Leipzig. In der Messestadt liegen die Preise für Gewerbemieten in Top-Lagen noch höher. In der Einkaufsmeile Petersstraße der Messestadt seien bis zu 140 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen.

"Die Synergien von Leipzig und Dresden kann Magdeburg nicht abfassen", sagte Immobilienexperte Reinhard Bergner. Die Domstadt könnte allerdings profitieren, wenn die Autobahn 14 Richtung Norden fertiggestellt ist. "Magdeburg wäre dann ein richtiger Knotenpunkt." Das käme auch der Immobilienwirtschaft zugute, so Bergner.