Gepäckgebühren im Überblick
Ryanair: Ein 15 Kilogramm schwerer Koffer kostet in der Nebensaison bei Anmeldung im Internet je nach Flug 15 bis 20 Euro. Am Schalter zahlt man 30 bis 40 Euro.
Easyjet: Online werden zwischen 14 und 27 Euro fällig, am Schalter 35 Euro, am Gate sind es mit 55 Euro noch einmal mehr.
KLM: Die holländische Fluggesellschaft verlangt in der Economy-Klasse auf innereuropäischen Flügen für Koffer bis 23 Kilogramm 15 Euro bei Voranmeldung, 30 Euro am Flughafen.
Air Baltic: Direkt bei der Flugbuchung auf der Webseite des Unternehmens werden 24,99 Euro, am Flughafen 40 und am Flugsteig 60 Euro fällig.
Air Berlin und Lufthansa: Ein Gepäckstück bis 23 Kilogramm ist im Ticketpreis enthalten.
Vueling: Das erste Gepäckstück bis 23 Kilogramm kostet je nach Flugziel 13 bis 29 Euro online, am Flughafen sind es 35 Euro.
Germanwings: Bei der Lufthansa-Tochter ist ein Gepäckstück im Smart-Tarif inklusive, im Best-Tarif sind es zwei Stücke à 23 Kilogramm.

Luxemburg (dpa) l Fluggesellschaften dürfen für aufgegebenes Gepäck Zusatzgebühren verlangen. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Donnerstag entschieden. Eine spanische Regelung, die solche Aufschläge zumindest für den ersten Koffer verbietet, sei nicht mit EU-Recht vereinbar, urteilten die Richter (Rechtssache C-487/12). Für Handgepäck oder am Flughafen gekaufte Waren dürfen indes keine Zusatzkosten anfallen, unterstrichen die Richter - vorausgesetzt, normale Maße werden nicht überschritten.

Das Geschäftsmodell insbesondere von Billigflug-Anbietern bestehe darin, die Flüge selbst zu niedrigen Preisen anzubieten und für ergänzende Dienstleistungen zusätzliches Geld zu verlangen, so der EuGH. Dabei sei es "nicht auszuschließen, dass einige Fluggäste es vorziehen, ohne aufgegebenes Gepäck zu reisen, wenn dies den Preis ihres Flugtickets verringert." Allerdings müssten die Kosten bei der Buchung klar vorherzusehen sein. Ob dies der Fall ist, müssten bei Bedarf nationale Behörden prüfen.

Im Gegensatz zu aufgegebenen Koffern und Taschen verursache Handgepäck der Fluggesellschaft keine zusätzliche Arbeit, deshalb dürften hierfür keine Zusatzgebühren erhoben werden.

Im konkreten Fall hatte eine Frau sich bei einer spanischen Verbraucherbehörde über die Billig-Fluggesellschaft Vueling aus der British-Airways-Gruppe beschwert. Für die Hin- und Rückreise aus La Coruña im Nordwesten Spaniens ins niederländische Amsterdam wollte die Frau mit drei Bekannten zwei Koffer aufgeben. Vueling verlangte hierfür im Jahr 2010 Extrakosten von insgesamt 40 Euro auf den Grundpreis von insgesamt 241,48 Euro.