Yi-Ko-Filialen in Deutschland

Yi-Ko-Filialen gibt es in fünf Bundesländern. Mit 48 Restaurants befindet sich der Großteil der Filialen in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern mit 17 Restaurants, Hessen mit 13, Baden-Württemberg mit sechs und Rheinland-Pfalz mit fünf.

Besonders betroffen ist München. In der bayerischen Landeshauptstadt gibt es elf Burger-King-Restaurants, die von der Yi-Ko Holding betrieben werden, darunter auch zwei am Hauptbahnhof. In Frankfurt betreibt Yi-Ko beispielsweise fünf Filialen, in Köln und Essen jeweils vier.

München (dpa) l Nach dem Wirbel um Hygieneverstöße und schlechte Arbeitsbedingungen greift die Fastfood-Kette Burger King hart durch: Der größte deutsche Lizenznehmer Yi-Ko Holding müsse den Betrieb in all seinen 89 Burger-King-Restaurants einstellen, die entsprechenden Verträge würden mit sofortiger Wirkung gekündigt, teilte Burger King Europe am Mittwoch in München mit.

Der Schritt betrifft etwa jede siebte deutsche Filiale des US-Unternehmens und damit insgesamt rund 3000 Beschäftigte. Die Mitarbeiter stünden nun vor einer ungewissen Zukunft, kritisierte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Gewerkschaft fordert schnelle Klärung für Arbeitnehmer

Mit der Kündigung müssen die Filialen umfirmieren, sie werden künftig nicht mehr von Burger King beliefert. Ob und wie viele Restaurants dauerhaft schließen müssen, war zunächst nicht absehbar. Zur Frage, ob auch ein neuer Partner für die betroffenen Standorte infrage kommen könnte, äußerte sich das Unternehmen zunächst nicht.

Komme der Franchise-Nehmer den Forderungen nicht nach, werde man gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen, sagte eine Burger-King-Sprecherin "Focus Online". Über das Aus für Yi-Ko hatte auch die "Bild"-Zeitung berichtet.

Das ist natürlich jetzt eine sehr schwierige Krise für dieses Unternehmen", sagte Guido Zeitler, Referatsleiter für das Gastgewerbe bei der NGG. "Wir brauchen ganz schnell Klarheit, wie es mit den einzelnen Restaurants weitergeht, damit die Beschäftigten die Klarheit haben, bei wem sie morgen, übermorgen und überübermorgen noch arbeiten", forderte Zeitler.

Yi-Ko Holding hält Arbeitsbedingungen nicht ein

Theoretisch sei es zwar denkbar, dass eine neue Burger-Kette gegründet werde - aber das sei nicht von heute auf morgen machbar. Zugleich liefen Kosten wie Pachten und Gehälter weiter.

Burger King erklärte, diese "schwierige, jedoch notwendige Entscheidung wurde getroffen, nachdem sich die Yi-Ko wiederholt nicht an die vertraglich vereinbarten Arbeitsbedingungen für ihre 3000 Restaurant-Mitarbeiter gehalten hat".

Vor einiger Zeit hatte die RTL-Sendung "Team Wallraff - Reporter Undercover" über Missstände bei dem Burger-King-Lizenznehmer berichtet. Mehrere Filialen wurden daraufhin zeitweise geschlossen.

Yi-Ko Holding will Restaurants weiter betreiben

Einer der Gesellschafter des Franchise-Nehmers zog sich laut Burger King aus der Geschäftsführung zurück. In der Mitteilung hieß es nun, "trotz anfänglicher Erfolge" habe man feststellen müssen, dass Yi-Ko erneut gegen Vereinbarungen verstoßen habe. So habe der besagte Gesellschafter "fortwährend Einfluss auf das Tagesgeschäft" genommen.

Zudem sei gegen Arbeitsverträge verstoßen worden, und Schichten in den Restaurants seien unterbesetzt gewesen. "Die Kündigung stellt für uns nur den letzten Schritt dar", erklärte Burger-King-Manager Andreas Bork.

Yi-Ko will die Restaurants weiter öffnen, solange Ware vorhanden sei, sagte Interims-Geschäftsführer Dieter Stummel. Das "Handelsblatt" zitiert den Rechtsanwalt, er wolle mit einer einstweiligen Verfügung vor Gericht erreichen, dass die Restaurants vorerst weitermachen können.