Magdeburg l Weil es fürs Festgeld kaum Zinsen gibt, weichen immer mehr Sparer auf alternative Anlageformen aus. Neben Immobilien sind Aktien stark gefragt, teilte die Commerzbank Magdeburg am Mittwoch mit. Das Anlagevolumen beim Geldhaus stieg im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent auf 832 Millionen Euro.

"Die Kunden legen ihr Geld vor allem in professionell gemanagten Wertpapieranlagen an", so Gordon Krüger, Leiter des Privatkundengeschäfts. Es gebe aber auch viele, die bei der Bank ein Depot eröffnen und selbst mit Aktien handeln würden. Ganz risikofrei ist das allerdings nicht. Der deutsche Aktienindex Dax ist bereits auf mehr als 12000 Punkte geklettert, ob der Boom anhält, ist fraglich. Krüger argumentiert allerdings, dass die Niedrig-Zins-Phase so schnell wohl nicht vorüber gehe, Aktien daher weiterhin attraktiv bleiben würden.

Betongold in Ballungszentren beliebt

Unverändert stark ist auch die Nachfrage nach Wohneigentum. 2014 finanzierte die Commerzbank in der Region Magdeburg Häuser und Wohnungen im Wert von 62 Millionen Euro, der Wert stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 7,8 Prozent. "Der Boom betrifft vor allem Ballungszentren wie Magdeburg, in ländlichen Regionen ist die Nachfrage nicht so stark", erklärt Krüger.

Wie Aktien ist auch das Betongold nicht frei von Risiken. "Kunden liebäugeln mit Baufinanzierungen, weil die Kreditzinsen historisch niedrig sind", erläutert Krüger. Für einen zehnjährigen Kredit etwa müssen Kunden gerade einmal 0,7 Prozent Zinsen zahlen. Das Problem: In zehn Jahren ist die Wahrscheinlichkeit schon deutlich höher, dass für Kredite dann deutlich mehr Zinsen anfallen. "Wir empfehlen Kunden deshalb, von vorneherein eine höhere Tilgungsrate zu vereinbaren, damit sie die verbliebene Kreditlast nach zehn Jahren auch noch tragen können."

Trotz der Niedrig-Zins-Phase und damit verbundenen Unsicherheiten ist die Commerzbank mit ihren Geschäften zufrieden. "Wir haben im vergangenen Jahr die Zahl unserer Kunden in der Region Magdeburg um knapp 600 auf rund 76000 gesteigert", berichtet Krüger. Da der Markt insgesamt stagniert, sei es der Bank gelungen, ihren Mitbewerbern Marktanteile abzunehmen. Ebenfalls gewachsen ist das Firmenkundengeschäft, das Kreditvolumen stieg 2014 um drei Prozent. Genauere Angaben wollte die Bank in dieser Sparte allerdings nicht machen.

In diesem Jahr will die Commerzbank ihre Online-Angebote für Privatkunden weiter ausbauen. Für Geschäftskunden will das Geldhaus im Ausland mehr Präsenz zeigen. "Wir haben weltweit schon mehr als 70 Standorte, in diesem Jahr sollen weitere in Brasilien und in Afrika dazu kommen", kündigt Jutta Walter von der Mittelstandsbank der Commerzbank an.