Hannover (dpa). Bei Volkswagen läuft derzeit alles rund. Das Geschäft floriert, die Kasse ist gut gefüllt. Jetzt kriegen die Arbeiter auch ein Stück vom Kuchen ab: Es ist nicht so groß wie gefordert, aber immerhin etwas größer als in der Branche üblich.

Die dritte Verhandlungsrunde brachte den Durchbruch: Die Tarifpartner bei Volkswagen einigten sich in der Nacht zum Dienstag auf einen neuen Haustarif. Abgesehen von den üblichen Ritualen gingen die Verhandlungen nahezu geräuschlos über die Bühne – keine Drohgebärden, lautstarken Wortgefechte oder anderen Muskelspiele. Beiden Seiten dürfte klar gewesen sein: Angesichts der ehrgeizigen Ziele des VW-Konzerns kommt es darauf an, den Aufschwung in der Autobranche zu nutzen. Störmanöver und langes Gezerre in Tarifverhandlungen passen da nicht ins Bild.

Die rund 100 000 VW-Beschäftigten der sechs westdeutschen Werke und der Finanzsparte bekommen nach dem Tarifkompromiss vom 1. Mai an 3,2 Prozent mehr Geld – und zusätzlich eine Einmalzahlung von einem Prozent ihres Jahresgehalts. Beide Seiten bewerten das Ergebnis als fair. Es ist nicht so hoch wie von der IG Metall gefordert, aber immerhin höher als im Branchentarifvertrag vorgesehen. Die IG Metall war mit einer Forderung von sechs Prozent mehr Lohn für 12 Monate in die Verhandlungen gegangen.