Hannover/Magdeburg. Die Eigentümer der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) haben eine Stärkung des Stammkapitals der Bank beschlossen. Dabei werden rund 1,1 Milliarden Euro bereits bestehender stiller Einlagen und anderer Kapitalinstrumente des Landes Niedersachsen in "hartes" Stammkapital umgewandelt. Außerdem sollen der Bank durch das Land Niedersachsen zusätzliche 600 Millionen Euro zugeführt werden, um das Stammkapital weiter auszubauen.

Die Nord/LB ist auch Landesbank für Sachsen-Anhalt. Eigentümer sind neben Niedersachsen zudem der Sparkassenverband Niedersachsen, der Sparkassenbeteiligungszweckverband Mecklenburg-Vorpommern und der Sparkassenbeteiligungsverband Sachsen-Anhalt.

Hintergrund für die Kapitalerhöhung sind die Pläne der neuen Bankenaufsicht der Europäischen Union, der EBA, die Großbanken in der EU einem sogenannten Stresstest zu unterziehen. Die EBA will in Erfahrung bringen, wie es um die Institute stünde, sollte eine erneute Finanzkrise ausbrechen. Gegen einen möglicherweise eigenen Crash können sich die Banken mit einem hohen Anteil von Eigenkapital wappnen.

Die Eigentümer der Nord/LB hatten immer wieder die Maßstäbe der EBA kritisiert, weil die von Niedersachsen gehaltenen stillen Einlagen für den Test nicht berücksichtigt werden sollen. Zudem sei die Bank ausreichend kapitalisiert, bewähre sich mit einem funktionierenden Geschäftsmodell profitabel im Markt und habe auch die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise aus eigener Kraft bewältigt. Die Bank geht davon aus, dass sie nunmehr den EBA-Stresstest bestehen wird.

Mit zentralen Standorten in Hannover, Braunschweig und Magdeburg sowie mehr als 5000 Mitarbeitern ist die Nord/LB die führende Geschäftsbank im Norden Deutschlands. Die Nord/LB gehört mit einer Bilanzsumme von 228,6 Milliarden Euro zu den weltgrößten Finanziers von Schiffen und Flugzeugen. Zum Finanzierungsportfolio gehören außerdem Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien, der Infrastruktur und im zinsbasierten Kapitalmarktgeschäft.