München (ddp). Die Millionenpanne bei der Staatsbank KfW wird voraussichtlich kein Nachspiel bei Gericht haben. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, die Frankfurter Staatsanwaltschaft wolle ihre Ermittlungen wegen der Überweisung von rund 320 Millionen Euro an die US-Investmentbank Lehman Brothers unmittelbar nach deren Pleite am 15. September 2008 einstellen. Sofern die Generalstaatsanwaltschaft als vorgesetzte Behörde dagegen keinen Einspruch einlegt, werde das Ermittlungsverfahren ohne Anklagen beendet.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Herbst 2008 nach Anzeigen von empörten Bürgern Ermittlungen gegen mehrere aktive und ehemalige Vorstandsmitglieder wegen Veruntreuung von Bankvermögen eingeleitet. Im Fokus hatten vor allem die von der KfW wegen der Panne fristlos gefeuerten Vorstandsmitglieder Detlef Leinberger und Peter Fleischer gestanden, die für das Risikomanagement verantwortlich gewesen waren. Sie haben der Zeitung zufolge jetzt gute Chancen, von der Staatsbank nachträglich Gehälter und Boni zu kassieren.

Die KfW hat laut dem Bericht von den versehentlich nach New York überwiesenen 320 Millionen Euro inzwischen gut 200 Millionen erstattet bekommen. Mehr als 100 Millionen Euro fehlen noch. Ob davon noch etwas zurückfließt, hängt davon ab, was am Ende des Insolvenzverfahrens für die Lehman-Gläubiger übrig bleibt.