Stuttgart (dpa). Der deutsche Autobauer Daimler wird künftig eng mit Renault und Nissan zusammenarbeiten. Die Unternehmen haben gestern eine Überkreuzbeteiligung in Höhe von 3,1 Prozent vereinbart.

Die strategische Allianz sieht unter anderem die Zusammenarbeit bei Kleinwagen und Lieferwagen sowie den Austausch von Motoren vor. Die nächste Generation des smart fortwo, ein neuer Viersitzer der Marke smart und der nächste Renault Twingo sollen auf Basis einer gemeinsamen Architektur entwickelt werden. Die Markteinführungen der gemeinsam entwickelten Modelle sind von 2013 an vorgesehen – auch Varianten mit Elektroantrieb soll es geben. Das smart-Werk im französischen Hambach wird die Zweisitzer produzieren. Die Viersitzer sollen aus dem Renault-Werk im slowenischem Novo Mesto kommen.

Die gegenseitige Kapitalbeteiligung bedeutet, dass die Renault-Nissan-Allianz einen Anteil von 3,1 Prozent an Daimler erhält. Daimler bekommt einen Anteil von 3,1 Prozent an dem französischen Unternehmen Renault und 3,1 Prozent vom japanischen Unternehmen Nissan.

"Wir stärken mit dieser Kooperation schnell und nachhaltig unsere Wettbewerbsfähigkeit im Klein- und Kompakt- wagensegment", kommentierte Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche. Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn erklärte: "Die Renault-Nissan-Allianz hat Erfahrung mit der erfolgreichen Zusammenarbeit innerhalb von Kooperationen und diese Erfahrung hilft uns enorm, heute und mehr noch morgen im globalen Wettbewerb der Automobilindustrie zu bestehen." Renault und Nissan bilden bereits seit 1999 ein Bündnis. Sie haben mit Ghosn denselben Chef und teilen sich Märkte und Kosten. Daimler war mit ähnlichen Projekten mit Mitsubishi und Chrysler gescheitert.

Die Zusammenarbeit bei den Antrieben soll vor allem die gemeinsame Nutzung von Diesel- und Benzinmotoren umfassen. Die Renault-Nissan-Allianz wird Antriebe mit drei und vier Zylindern an Daimler liefern, die dann von Mercedes-Benz angepasst werden. Daimler will so zusätzliche Absatzpotenziale für seine nächste Generation von Kompaktwagen erschließen. Das Bündnis aus Renault und Nissan lastet seine Kapazitäten besser aus. Alle drei Unternehmen erhoffen sich erhebliche Einsparpotenziale durch eine bessere Auslastung der Werke sowie durch das Teilen von Entwicklungskosten für gemeinsam neu entwickelte Motoren.

Im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge werden die Franzosen für Mercedes-Benz Vans die Basis für einen neuen Stadtlieferwagen bereitstellen. Dieser soll im Renault-Werk in Maubeuge gefertigt werden. Bei dem französischen Autobauer Renault ist der französische Staat mit rund 15 Prozent beteiligt.