Lange war darüber spekuliert worden, nun ist es amtlich : General Motors ( GM ) will Opel behalten und selbst sanieren. Ein Festhalten an Opel ist für GM aus verschiedenen Gründen sinnvoll.

Berlin ( ddp ). GM-Europe-President Carl-Peter Forster hatte gesagt, GM sei " offensichtlich der Auffassung, dass Opel doch eine sehr wichtige Marke für GM ist und Europa ein sehr wichtiger Markt, und dass hier in Europa eine Menge Know-how vorhanden ist. " So verfügt Opel in der Klein- und Mittelklasse über sehr gute Technologien.

GM befürchtete zudem, dass mit dem Verkauf Opels an Magna und die russische Sberbank Technologie nach Russland transferiert werden könne, hieß es. Ebenso drohe, dass in Russland in den nächsten Jahren ein neuer Wettbewerber entstehen könne. Zudem enthalte der Vertrag Klauseln, die das Gremium nicht akzeptieren könne.

GM selbst befindet sich durch das erfolgreich abgeschlossene Insolvenzverfahren inzwischen in einer stärkeren Position als noch vor Monaten. Bereits Ende August hatten Medien berichtet, es gebe einen Finanzierungsplan im Umfang von 4, 3 Milliarden Dollar ( 2, 9 Milliarden Euro ), um Opel selbst umstrukturieren zu können. Für die Kosten der Restrukturierung würde GM staatliche Hilfen anfragen oder Opel alternativ in die Insolvenz schicken. Am Dienstag hatte GM dann erstmals auch offiziell von drei Milliarden Euro Kosten gesprochen.

Den Weg zu Staatshilfen hat die EU-Kommission GM indirekt geebnet. Sie hatte von der Bundesregierung eine schriftliche Zusage verlangt, dass die Staatshilfen an Magna unabhängig vom Käufer oder dem Opel-Plan des Käufers gewährt würden. Grundlage für Hilfen müsse allein die Wirtschaftlichkeit der Pläne sein. Da die Regierung dies zugesichert hat, dürfte sie GM Staatshilfen nur schwer verweigern können, selbst wenn der GM-Sanierungsplan schärfer als der von Magna sein sollte. Denkbar wäre aber auch, dass sich GM einen Finanzinvestor als Helfer holt, operativ aber die Führung behält. RHJ International hatte schließlich ebenfalls Interesse an Opel bekundet.

Für Magna hält sich der Schaden der neuen Entwicklung in Grenzen. Viele Beobachter hatten die Pläne skeptisch gesehen. So hatte etwa " Capital " berichtet, Magna gehe in seinem Sanierungskonzept davon aus, dass Opel bereits 2011 wieder einen Gewinn von 765 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern erzielt. Die Planzahlen basierten aber auf sehr optimistischen Absatzerwartungen. So gehe Magna davon aus, dass 2010 der FahrzeugabsatzinEuropainsgesamt um weniger als eine halbe Million Autos zurückgehe. Marktforscher erwarten einen etwa doppelt so hohen Rückgang.

Mit dem Aus bei Opel muss Magna nun weniger Ärger mit den Herstellern für sein Stammgeschäft fürchten. So hatten Volkswagen und BMW gedroht, die Zulieferverträge mit Magna zu kündigen, sollte Magna mit Opel selbst zum Hersteller werden. Sie befürchteten, dass ihr Know-how zu Opel abfließen könnte.