Im April sollen die Mitglieder des Möseraner Gemeinderates den Etat für das laufende Jahr beschließen. Bürgemeister Bernd Köppen spricht von ehrgeizigen Zielen, die ein solides finanzielles Fundament verlangen. Über die Schwerpunkte und die Bilanz des Vorjahres sprach Thomas Rauwald mit dem Gemeindebürgermeister.

Volksstimme: Herr Bürgermeister, die Einheitsgemeinde Möser geht in ihr fünftes Jahr. Sie sind dafür bekannt, dass Ihnen das Zusammenwachsen besonders an Herzen liegt. Wie schätzen Sie den Stand ein?

Bernd Köppen: Das ist ein permanenter Prozess. Aber es gibt Ereignisse, da zeigt sich das starke Bündnis der Ortschaften, da bewährt sich die Kooperation der Feuerwehren und da entfalten sich Solidarität und Selbstlosigkeit der Einwohner. Ich nenne nur das Stichwort Hochwasser. Unglaublich, was da gemeinsam geleistet wurde.

Volksstimme: Und in den Dörfern selbst?

Bernd Köppen: Da sind wir mit dem Straßen- und Wegebau gut vorangekommen. In Schermen wurde die letzte noch nicht saniert Straße, der Hohlweg, in Angriff genommen. Straßenbau und Straßenreparatur gab es unter anderem auch in Pietzpuhl, Möser und Lostau. Bei der Sanierung unserer Feuerwehrgerätehäuser sieht es nicht so positiv aus. Hier waren und sind noch Grundstücks- angelegenheit und baurechtliche Fragen zu klären. Das steht jetzt wieder auf dem Plan. Die Körbelitzer Wehr wird im März einen neuen Mannschaftstransportwagen bekommen. Der alte war bei der Flut auf der Strecke geblieben.

Volksstimme: Noch einmal zum Wegebau. Da gibt es auch noch eine offene Position ...

Bernd Köppen: ... Ja, den Weg zwischen Körbelitz und Bundesstraße 1. Bei dieser unendlichen Geschichte um diesen Weg ist nun eine gutes Ende in Sicht. Kürzlich erreichte uns der Fördermittelbescheid für den ersten Bauabschnitt. Aus einem anderen Topf soll bald auch das Geld für den zweiten Abschnitt kommen. So können wir den Bau im ersten Quartal endlich richtig anschieben.

Volksstimme: Ich würde gern noch einmal auf das Hochwasser zurückkommen. Was hat das so gekostet über den Daumen?

Bernd Köppen: Die bisherigen, schon angefallenen Kosten der Hochwasserschadensbekämpfung und -beseitigung liegen bei 580 000 Euro. Wir sind jetzt ein bisschen in der Zwickmühle, was die Schadensbeseitigung betrifft. Da offenbar die zur Verfügung stehenden Fördertöpfe bereits ausgereizt sind, könnte es für die Gemeinde zum finanzielles Risiko werden, jetzt schon mit den kostenaufwändigen Arbeiten zu beginnen. Auf jeden Fall fordern wir weiterhin, dass das Landesamt für Hochwasserschutz den Lostauer Bahndamm als Hochwasserschutzanlage übernimmt. Wir hörten aus dem Landesbetrieb aber, dass im ersten Quartal die Planungen für den Hochwasserschutz im Lostauer Bereich beauftragt werden sollen.

Volksstimme: In Erinnerung ist mir, dass das Dach der Hohenwarther Sporthalle einer Reparatur unterzogen werden sollte.

Bernd Köppen: Die auch ins neue Jahr verschoben werden musste. Es geht um die Dachfenster, an denen sich Kondenswasser bildet, das auf den Hallenboden tropft. Fachleute mussten sich das gründlich anschauen. Wenn wir das vernünftig und dauerhaft lösen wollen, müssen wir rund 150 000 Euro in die Hand nehmen. Das wird wohl das Hauptvorhaben für Hohenwarthe in diesem Jahr werden.

Volksstimme: Und die Kita von Hohenwarthe, die aus allen Nähten platzt?

Bernd Köppen: Ja, ich weiß. Wir haben schon mit dem Eigentümer und Betreiber, dem Roten Kreuz, gesprochen. Der Geschäftsführung ist klar, dass dort etwas getan werden muss. Erste Überlegungen gehen von einem Grundstückserwerb aus, um einen zusätzlichen Bau zu errichten. Da bleibt die Gemeindeverwaltung dran.

Volksstimme: Eng ist es auch in der Möseraner Grundschule.

Bernd Köppen: Das kann man wohl sagen. Ich war sehr enttäuscht, dass im Vorjahr die Fördermittel, die fast schon sicher schienen, in einen anderen Ort gegangen sind. Wenn nun schon die energetische Sanierung auf der Strecke bleiben muss, dann müssen wir selbst die größten Anstrengungen unternehmen, zusätzlichen Raum für Unterrichtsräume zu schaffen. Land dafür hat die Kommune schon erworben.

Volksstimme: In Hohenwarthe gibt es ein Problem mit der Regenentwässerung.

Bernd Köppen: Das muss im Gebiet Eulenbruch generell planerisch in Angriff genommen werden und kostet sicher auch einiges.

Volksstimme: In Lostaus neuem Wohngebiet steht immer noch kein Haus.

Bernd Köppen: Das geht jetzt im Frühjahr los. Die Gemeinde als größter Eigentümer und Erschließer hat bis jetzt sechs Grundstücke verkauft.

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