In knapp 40 Minuten hatten am Dienstagabend die Möseraner Gemeinderäte den öffentlichen Teil der Sitzung abgearbeitet. Für den Bau zweier Photovoltaikanlagen ebneten sie die planerischen Wege.

Möser/Lostau/Körbelitz l Einstimmig befürworteten die Ratsmitglieder die Auslegung eines Bebauungsplanes für eine solche Anlage in Körbelitz. Schon im Frühjahr 2013 hatte dazu eine vorzeitige Bürgerbeteiligung stattgefunden. Zur Errichtung gab es keine Bedenken.

Als ökologische Ausgleichsmaßnahme sieht der Plan die Pflanzung zahlreicher Bäume und Sträucher vor. Durch die Anlage ist ein Schandfleck in Körbelitz beseitigt worden. Die Fläche der ehemaligen landwirtschaftlichen Produktionsstätte ist als Konversionsfläche (einst landwirtschaftliche Nutzung) ausgewiesen. Zur benachbarten Gartenanlage ist ausreichend Platz zu lassen, baten die Körbelitzer Ortschaftsräte bei der Behandlung des Themas.

Auch in Lostau - hier geht es zunächst um die Aufstellung eines Bebauungsplanes für eine knapp einen Hektar große Anlage - würden mit dem Projekt verfallene Ställe abgerissen werden. Gebaut werden soll die Anlage nördlich des Külzauer Weges.

Ratsmitglied Peter Hammer gab zu bedenken, dass dieser Platz für eine Photovoltaikanlage nicht sehr geeignet sei. Die Mitglieder des damaligen noch selbständigen Lostauer Gemeinderates hätten sicher nicht ohne Grund die besagte Fläche im Lostauer Flächennutzungsplan als Mischfläche, die Wohnbebauung und kleineres Gewerbe zulässt, ausgewiesen. Ein jetzt geplantes großes Sondergebiet "Photovoltaikanlage" sei dort unpassend. Er verwies auch darauf, dass in unmittelbarer Nähe ein neues Wohngebiet erschlossen werden soll. Es sei nicht ausgeschlossen, so Hammer, dass die Vermarktung leiden könne. Den Vorbehalten stimmte Dr. Michael Krause zu.

Eckhard Brandt aus Körbelitz fragte, was nun besser sei? Ein Schandfleck mit verfallenden Gebäuden oder eine Photovoltaikanlage? Für ihn wäre die Beseitigung des Schandflecks wichtiger.

Man werde den Investor beauflagen, eine mindestens zwei Meter hohe Hecke zu ziehen, erklärte die Verwaltung. Der Aufstellungsbeschluss wurde mit zwei Gegenstimmen angenommen.