Burg l 16 Jahre alt ist Marianne Rößler, als sie ihren "Jünter" im Burger Konzerthaus 1946 kennenlernt. Beim Tanzen verschenkt die Frisörin ihr Herz an den Soldaten. Heute ist sie 83 Jahre alt, ihr Mann 85. "Sie hat mir das Tanzen beigebracht", erzählt der Burger heute immer noch stolz über seine Frau.

Bilder der drei Kinder Gudrun, Frank und Carola, der fünf Enkel und der sieben Urenkel zieren das Wohnzimmer des Hauses, in dem schon Günter Rößlers Mutter gewohnt hat. An den Wänden erinnern viele Ehrungen der BSG Einheit Burg an die Fußballerkarriere von Günter Rößler. Gut 40 Jahre spielte er bei der BSG, war Kapitän und ist dem Verein heute noch verbunden. Seine Frau hatte dafür immer Verständnis.

Überhaupt ist Verständnis für alles, eins der Rezepte, das Marianne Rößler für eine so lange Liebe parat hat. "Die Ruhe bringt`s", sagt sie weiter und lacht herzlich, als ihr Mann laut zu singen beginnt. Dabei erzählt er doch nur von der schönen Feier nach der Trauung in der Oberkirche. Wer in der Kirche gesungen hat, weiß der 85-Jährige nicht mehr. "Aber dafür hab ich doch dich", sagt er scherzend zu seiner Frau. "Ja, das Kommando hat sie", gibt er kleinlaut bei. Als Berufskraftfahrer am Landratsamt war er stets bemüht, pünktlich Feierabend zu machen, damit er seine Ehefrau von der Arbeit abholen konnte. "Ich war eifersüchtig auf ihren Frisörmeister", gibt er zu und freut sich, als seine Frau zum Hochzeitstag schmeichelt: "Das hast du gar nicht nötig".