2011 hatten die Burger Steffi Donges und An-dreas Paßlack den Campingplatz am Niegripper See von der Stadt Burg übernommen. Was die geplanten Investitionen betrifft, waren ihnen bisher die Hände gebunden, weil ein Bebauungsplan fehlte. Dieser liegt nun als Entwurf vor.

Burg l Andreas Paßlack hofft, dass der Bebauungsplan bis Herbst alle Hürden genommen hat und er mit der ersten und für den Campingplatz wohl auch wichtigsten Investition beginnen kann. Dann soll ein neues und zeitgemäßes Sanitärgebäude entstehen. "In dieser Saison müssen wir uns noch einmal mit einem Dusch- und Toilettencontainer behelfen", blickt Paßlack auf den Sommer 2014.

Der Burger Stadtrat soll am 3. April dem Bebauungsplan "Am Niegripper See - Burger Seite" seine Zustimmung erteilen, bevor dieser dann bekannt gemacht und öffentlich ausgelegt wird. Anschließend bliebt noch abzuwarten, ob Einwendungen dagegen geltend gemacht werden.

Der nun erarbeitete Bebauungsplan betrifft aber nicht nur das von der Stadt Burg privatisierte Gelände des Campingplatzes. Der Plan ist größer dimensioniert, umfasst eine Fläche von über acht Hektar zwischen Zufahrtsstraße und Halbinsel (inklusive Wasserfläche) und deckt auch den öffentlichen Badestrand mit ab.

Das vom Bebauungsplan umfasste Gebiet soll, so ist es vorgesehen, als "Sondergebiet" weiterhin der Erholung dienen. Unter dieser Maßgabe wird die künftige bauliche Nutzung geregelt.

Der Bebauungsplan sieht unter anderem vor, dass im Eingangsbereich für Campingplatz und öffentlichen Badestrand ein Rezeptionsgebäude sowie Wirtschaftsgebäude einschließlich Toilettenanlagen errichtet werden sollen. Außerdem sind maximal zwei Wohnungen für Mitarbeiter, Stellplätze (für Pkw, Zelte, Wohnmobile...) sowie Sport- und Freizeitanlagen (Spielplatz, Volleyballfeld usw.) vorgesehen. Auch ein Imbiss soll in diesem Bereich des Geländes betrieben werden können.

Im mittleren Abschnitt des Geländes, zwischen altem Sozialgebäude und dem Anfang der Dauercamperkolonie, soll es nach Bebauungsplan neben Standflächen für Camper künftig auch Ferienhäuschen in Blockbauweise geben. Dort ist auch der neue Sozialtrakt mit Duschen, WCs und Waschmöglichkeiten vorgesehen.

In der Dauercamperkolonie sieht der Bebauungsplan ergänzend zwei kleinere Sanitärgebäude vor.

Die augenfälligsten Veränderungen könnten sich nach dem Bebauungsplan unmittelbar am Seeufer ergeben. Denn dort sollen nicht nur die bestehenden Steg- und Slipanlagen erhalten werden. Geplant ist eine größere Steganlage. Dazu heißt es im Bebauungsplan: "Die zu deren Betreibung notwendigen Einrichtungen der Ver- und Entsorgung der Boote mit Strom, Wasser und Abwasser sowie ergänzende Infrastruktur in Hinsicht auf sanitäre und technische Anlagen sollen ebenfalls hier errichtet werden. Eine gegebenenfalls notwendige bauliche Einfriedung soll möglich sein, muss jedoch dem landschaftsoffenen Charakter des Gebietes entsprechen."

In Seenähe weist der Bebauungsplan auch noch eine weitere Fläche für die Errichtung von Ferienhäusern aus. Diese dürfen bis maximal 60 Quadratmeter (plus 20 Quadratmeter Terrasse) groß sein, so dass dort auch Familien mit Kindern unterkommen können.

"Etwa sieben bis acht Jahre wird es dauern, bis wir alle geplanten Investitionen realisiert haben", schätzt Andreas Paßlack. Er und Steffi Donges wollen "Schritt für Schritt" vorgehen. Sie hätten es sich natürlich gewünscht, dass der Bebauungsplan schneller gekommen wäre. "Aber wir sehen ein, dass auch die Belange der Zauneidechsen berücksichtigt werden müssen, und das hat offensichtlich die ganze Vegetationsperiode 2013 in Anspruch genommen", vermutet Paßlack.