Auch in den Burger Ortschaften wird in diesen Tagen fleißig Hand angelegt. Der alljährliche Frühjahrsputz vereint Jung und Alt gleichermaßen, wie die gelungene Aktion am Sonnabend in Schartau beweist.

Schartau l "Das werden tatsächlich immer mehr ...", staunte Ortsbürgermeister Dr. Hans-Horst Borg am frühen Morgen, als die Schartauer nach und nach am Feuerwehrgerätehaus eintrafen, um das Dorf herauszuputzen. Immerhin: Über 30 Männer und Frauen kamen gut gelaunt zusammen - und machten sich, nachdem die Gruppen eingeteilt wurden, frisch ans Tageswerk.

Schräg gegenüber von der Feuerwehr sorgte der erste Trupp dafür, dass die Fahrradtouristen in der Elbgemeinde in aller Ruhe eine Rast einlegen können. Der Fahrradausspann ist zur beginnenden Saison fast fertiggestellt und konnte an der Hauptstraße mit Hilfe der Stadtwerke, Sponsoren und Eigenleistungen aufgebaut werden (Volksstimme berichtet gesondert). "Schon jetzt machen die ersten Radfahrer hier Halt", freute sich Borg.

Echte Gemeinschaftsarbeit war auch auf dem Friedhof sichtbar, den der örtliche Heimatverein seit Jahren mit pflegt. Während Wolfgang Seidel einen ordentlichen Rasenschnitt garantierte, kürzten beispielsweise Frank und Martina Quasdorf die Feuerdornhecke. Selbstredend, dass auch Petra Seidel, die Vorsitzende des Heimatvereins, mit von der Partie war und sich unter anderem um die vor vier Jahren gepflanzten Linden kümmerte.

Richtig zur Sache ging es derweil auf dem Gelände neben der Kirche. Im Grünen gelegen ist der Spielplatz ein idyllischer Fleck am Schartauer See. Mit Presslufthammer bewaffnet, sorgte Marcus Teschner mit seiner Gruppe dafür, dass die durchgefaulten Palisaden um den Sandkasten herum vom Beton getrennt und anschließend ausgetauscht werden konnten. "Weil alle anpacken, kommen wir richtig gut voran", sagte der Ortschaftsrat. Drinnen im Gotteshaus machten sich die Frauen daran, das Mobiliar vom Staub zu befreien. Ein Stockwerk höher wurde Hans-Joachim Stoltze eine besondere Aufgabe zuteil, die er leidenschaftlich gern annahm. Der 70-Jährige säuberte die Orgel, die über 500 Pfeifen zählt. Das gute Stück wurde nach der Wende restauriert und wird seitdem liebevoll gepflegt. Und weil der Rentner seit 35 Jahren auch Akkordeon spielt, hat er eine besondere Beziehung zur Orgel, die regelmäßig erklingt. "Sie gehört einfach dazu", sagte der Rentner.

Nicht wegzudenken aus dem Dorfleben ist natürlich auch die Freiwillige Feuerwehr, die sich selbstverständlich an jedem Frühjahrsputz beteiligt, versicherte Wehrleiter Lutz Schammler. Drei junge Kameraden gaben ihr Bestes, um das Gelände vor dem Gerätehaus auf Vordermann zu bringen. Die Ortswehr setzt sich aus 53 Mitgliedern zusammen, darunter 26 Männer, zehn Frauen und 17 Mitstreiter der Alters- und Ehrenabteilung.

Am Ende war der Ortsbürgermeister zufrieden, dass sich so viele Einwohner beteiligten. Darauf konnte angestoßen werden - mit Wasser, Bier oder Sekt.

   

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