Genthin/Möckern l Erleben wir in diesem Sommer wieder eine Eichenprozessionsspinner-Plage? Einen großflächigen Einsatz gegen den giftigen Schädling gab es im vergangenen Jahr im Landkreis. Doch Fachleute gehen davon aus, dass sich die Giftraupe weiter ausgebreitet hat und weiter bekämpft werden muss. Die feinen Haare der Raupen dieses Nachtfalters enthalten Nesselgift und können bei Menschen allergische Reaktionen auslösen.

Landkreis-Sprecher Henry Liebe zufolge beginnt die Bekämpfung des Schädlings im Jerichower Land in diesen Tagen beziehungsweise hat bereits begonnen. Im Auftrag der Stadt Genthin bekämpfen Fachleute den Prozessionsspinner vom Erdboden aus. Gespritzt wird unter anderem in Ringelsdorf bei Tucheim sowie in Schopsdorf (Am Teich, Du¨kenberger Weg, Gewerbegebiet, Sandfurth, Dorfstraße, Wohngebiet, Friedhof).

In einer Mitteilung erklärt die Stadt Genthin, eingesetzt werde ein Mittel mit einem fu¨r den Menschen ungefährlichen biologischen Präparat.

In dem Schreiben heißt es auch: "Aufgrund der Abdriftung von zerstäubten Präparaten kann es zu Ablagerungen auf Häusern kommen. Die Ablagerungen sind fu¨r den Menschen unbedenklich und können mit Wasser entfernt werden."

Der Landkreis startet mit der Bekämpfung am heutigen Montag entlang verschiedener Kreisstraßen. Betroffen sind die Abschnitte zwischen Hohenziatz und Möckern, zwischen Grabow und Pabsdorf sowie zwischen Stresow und Krüssau. Henry Liebe: "Eingesetzt wird ein mobiles Sprühgerät, das sich auf einem Transporter befindet."

Seit 2004 hat sich die Schmetterlingsraupe in unserer Region ausgebreitet und zur Plage entwickelt. Besonders tückisch sind ihre giftigen Härchen, die beim Menschen heftige Allergien auslösen können. Befallene Alleen waren teilweise nicht mehr zu Fuß oder per Fahrrad passierbar. Eingesetzt wird als Pflanzenschutzmittel das Biozidprodukt "Dipel ES". Der Eichenprozessionsspinner ist eine Schmetterlingsart, die sich seit Anfang der 1990er Jahre in Deutschland vermehrt und massenhaft ausbreitet. Die Raupen des Schmetterlings befallen Eichenbäume und verursachen Fraßschäden an den Blättern. Das Nesselgift Thaumetopoein, das in den Härchen der Raupen ist, löst allergische Reaktionen bei Menschen aus. Naturschützer kritisieren jedoch den flächendeckenden Einsatz des Raupengifts. Das Mittel wirke nicht nur gegen den Eichenprozessionsspinner, sondern gegen alle Schmetterlingsraupen.