Die Hochwassersituation an der Ehle in Gommern hat sich nach Ziehen des Pretziener Wehres nicht zum Negativen verändert. Durch die Maßnahme in Pretzien dürfte der Ablauf der Ehle zusätzlich verlangsamt werden.

Gommern. Für den Ehlerückstaudeich zwischen der Dreibogenbrücke hinter Vogelsang und der Forsthausbrücke herrscht Alarmstufe vier, bestätigte gestern Gommerns Bürgermeister Wolfgang Rauls. Das bedeutet, dass die Wasserwehr tagsüber und nachts die Deichabschnitte kontrolliert.

Dass der Abfluss der Wassermassen im flachen und engen Ehlebett bei Gommern nicht schnell erfolgt, wissen die Ehlestädter. Wenn der Abfluss erschwert ist, weil die Elbe in die Ehle drücken kann, wird alles noch langsamer. Erste Auswirkungen: Die Wiesenflächen zwischen dem Gommeraner Schenkenteich und Vogelsang laufen nun zu und stehen erwartungsgemäß unter Wasser.

Der Rückstau durch die Elbe in das Bett der Ehle hinein vollzieht sich langsam. Aber: "Da ist noch viel Platz", gibt sich Wolfgang Rauls gelassen. Ähnlich sieht das der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Gommern, Ralf Fröhlich. Nachdem am Pegel Barby mit einem Anstieg von "nur" 30 Zentimetern gerechnet werde, dürften sich auch die Auswirkungen auf die Stadt Gommern in Grenzen halten, glaubt der Wehrleiter.

Seine Einsatzkräfte haben nach der Öffnung des Pretziener Wehres die Einsatzbereitschaft auch für Plötzky und Pretzien übernommen, denn von Schönebecker Seite ist – auf dem Landweg – keine Hilfe zu erwarten. "Wir haben schon Pumpen in die beiden Orte gebracht", führte Ralf Fröhlich aus. So soll verhindert werden, dass sich Drückwasser hinter den Deichlinien breit macht.

Sorgen macht sich Bürgermeister Rauls um das Örtchen Dornburg. Dort fehlt noch knapp ein halber Meter, bis das Wasser über die Deiche schwappen könnte. Erwartet wird das aber nicht.

Die Straße nach Dannigkow ist aber überflutet und gesperrt. Derzeit führt der Weg in die Außenwelt über Prödel und Leitzkau zur B 184 und von das aus in alle Richtungen.