Im Jahr 2013 mussten die Kameraden der 27 Freiwilligen Ortsfeuerwehren in der Einheitsgemeinde Möckern 332-mal ausrücken. Über diese Zahlen informierte der Stadtwehrleiter Torsten Quandt den Stadtrat in seinem Jahresbericht.

Möckern l 65 Brandeinsätze listet Quandt in seinem Bericht auf, dazu kommen 206 Einsätze, bei denen die kompetente technische Hilfe der Wehrleute gefragt war. Unter "Sonstige" wurden weitere 61 Einsätze verbucht. "Viele der technischen Hilfeleistungen sind dem Hochwassereinsatz zuzuschreiben", erklärte der Stadtwehrleiter am Donnerstag.

Es war ein Jahr mit vielen außergewöhnlichen Einsätzen. So auch im Bereich des Katastrophenschutzes. Die Möckeraner gehören zum Verband der Feuerwehren, die bei Umwelt- und anderen Katastrophen zum Einsatz kommen. Am 1. August war das etwa der "ABC-Erkunder". Bei der Alarmierung hieß es, dass auf der Bundesautobahn A 2 radioaktives Material freigesetzt wurde. "Zum Glück erwies sich das als falsch, der Alarm konnte abgebrochen werden", berichtet Torsten Quandt. Am 11. Oktober zwang der Buttersäureanschlag auf ein Hotel in Hüttermühle die Kameraden in deren schwerste Schutzanzüge. Der Einsatz dauerte bis zum Abend.

Hochwasser im Juni

Der Juni sorgte mit dem Hochwasser für einen Dauereinsatz der Kameraden, die zwar regional selbst nicht vom Wasser bedroht waren, aber aktiv auf den Deichen und im rückwärtigen Bereich außerordentliche Dienste erledigten. "Es wurden 102-mal Feuerwehren alarmiert und 840-mal Kräfte eingesetzt", so Torsten Quandt.

Die insgesamt 944 Einsatzkräfte leisteten zusammen 10 254 Einsatzstunden: 850 Einsatzkräfte, 35 Kräfte im Stab, 45 Kräfte für die Versorgung und 14 Mitarbeiter der Verwaltung. "Alle Einsatzkräfte wurden unmittelbar vom Standort der Ortsfeuerwehr Möckern versorgt, teilweise 200 Einsatzkräfte pro Tag. Nicht selten lag die Stärke eines Abmarsches bei 45 bis 85 Kameraden", rechnet der Stadtwehrleiter vor. "Oftmals gingen die Kameraden bis an ihre physische Leistungsgrenze." Entsprechende Auszeichnungen wurden vorgenommen: 325-mal wurde die Fluthelfernadel vergeben.

Kaum waren die Wasserfluten wieder verschwunden, erfolgte im Juni die Unterstützung beim Sachsen-Anhalt Tag in Gommern durch einige Ortsfeuerwehren der Stadt Möckern.

Besondere Brände

Auch was die "normalen" Einsätze der Wehren betrifft, gab es Besonderheiten. Quandt zählt dazu den Großbrand einer Scheunenanlage in Nedlitz am 22. Juni, drei Küchenbrände (zwei in Möckern, einer in Küsel) sowie Zimmerbrände in Hohenziatz, Möckern und Loburg. Dazu kamen einige Waldbrände um Möckern. "Bei einem Großbrand in Grabow am 20. November konnten die Kameraden nur noch das kontrollierte Abbrennen einer Scheune begleiten." Das Jahr 2013 hielt auch für den erfahrenen Wehrleiter einige neue Erfahrungen bereit: So den Großbrand eines Wohnhauses in Möckern, der sich als sehr schwierig gestaltete. Glück im Unglück - es gab keine Verletzten. Ebenso wie bei einem Entstehungsbrand in einem Möckeraner Supermarkt. "Durch den Zeitpunkt und das rechtzeitige Entdecken konnte das Ausbreiten des Feuers verhindert werden", erinnert Quandt.

Einsatztechnik getauscht

Noch vor Inkrafttreten der Risikoanalyse konnten in einigen Wehren einvernehmlich Fahrzeuge und Technik getauscht werden. "So konnten die taktischen Einsatzmöglichkeiten dieser Ortsfeuerwehren erhöht werden. Durch derartige Maßnahmen ist es möglich, mit den vorhandenen Einsatzmitteln die Einsatzmöglichkeiten zu erhöhen", erklärte der oberste Feuerwehrmann der Stadt auch mit Blick auf das Einsatzspektrum auf der Autobahn 2. "Darüber hinaus müssen wir in den nächsten Jahren versuchen, alle Rettungsgeräte nach und nach auszutauschen. Die Geräte sind 16 bis 20 Jahre alt und entsprechen nicht mehr den Anforderungen der heutigen Fahrzeugtechnik."

Auf dem neuesten Stand sind die Möckeraner Wehren zwar in Sachen Digitalfunk - der Einbau der festen digitalen Funkgeräte konnte weitestgehend abgeschlossen werden - aber mit der Leitstelle des Landkreises klappt das Funken auf digitalem Standard noch immer nicht. Dort fehlt der Einbau der neuesten Technik immer noch.

Quandt bedankte sich im Namen der Stadtwehrleitung für die konstruktive Zusammenarbeit mit den Fraktionen. Man erwarte aber zukünftig, dass mehr Vertrauen und Ehrlichkeit bezüglich der Zusammenarbeit entgegengebracht werde: "Meinungsverschiedenheiten sollten mit gebührenden Respekt voreinander gelöst werden. Man solle sagen wenn etwas nicht richtig oder von vornherein nicht umsetzbar ist", so Quandt in Anspielung auf Unstimmigkeiten mit der Stadt etwa bei der geplanten Beschaffung einer neuen Drehleiter für die Feuerwehr Möckern.

Inzwischen steht fest: In einer Woche soll die in Holland neu erworbene, generalüberholte Drehleiter in Möckern ankommen.

Torsten Quandt informierte die Stadträte darüber, dass er nicht mehr zur Wahl des Ortswehrleiters der Ortsfeuerwehr Möckern im Juni antreten werde. "Somit ist wohl allen Kritikern genüge getan, die eine mögliche Interessenkollision bei Entscheidungen des Stadtwehrleiters mit der Ortsfeuerwehr Möckern befürchtet haben".